Keeping alive a legend

Keeping alive a legend

Interview with Gerhard Walter

​L.L.

Gerhard Walter gilt als einer der erfahrensten österreichischen Touristiker und leitet seit 2013 als Geschäftsführer die Geschicke von Kitzbühel Tourismus. Mit einer Prise Stolz auf seine Region erklärt er LA LOUPE, was den Mythos der legendärsten Sportstadt der Alpen ausmacht.

​L.L.

G.W.

​L.L.

Nach Lech und Galtür sind Sie vor zwei Jahren in Kitzbühel „angekommen“. Was fasziniert Sie so am alpinen Tourismus?

G.W.

G.W.

Ich bin definitiv ein Kind der Berge. Geboren in Galtür auf 1.600 Metern Seehöhe wurde mir das alpine Thema quasi schon in die Wiege gelegt. Natürlich genieße ich auch das Meer. Aber die Alpen und die Menschen, die hier leben, haben schon etwas ganz Besonderes. 

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​L.L.

​L.L.

G.W.

Sie erwähnten in einem Interview, dass die Weltmarke Kitzbühel nicht vergleichbar ist mit anderen Tourismusregionen Österreichs. Wie meinen Sie das?

G.W.

“Well I’m definitely a child of the mountains. I was born in Galtür at an altitude of 1,600 metres and so the alpine topic has basically been with me since childhood.”

Meine Erfahrung nach zwei Jahren Kitzbühel ist, dass der Ort im deutschsprachigen Raum zwar vielen bekannt ist, aber jeder assoziiert etwas ganz Eigenes mit der Gamsstadt. Der Taxifahrer in Wien glaubt vermeintlich „Das kann ich mir nie leisten“.

Ein begeisterter Skifahrer erkundigt sich, ob ich die Streif schon einmal gefahren bin, und in welcher Zeit ich hinunterschwinge. Die Streif trägt natürlich viel zum Mythos Kitzbühel bei, übt eine unglaubliche Faszination auf die Menschen aus.

Ich war im Spätherbst gemeinsam mit dem Red Bull Media House und dem Kitzbüheler Ski Club in den USA zur Filmpremiere von „STREIF – one hell of a ride“. Wir konnten dort eine große Anzahl an Journalisten, Medienleuten, Multi-plikatoren und österreich- bzw. skiaffinen Gäste begrüßen. Das schafft wirklich kaum eine andere österreichische Destination.

​L.L.

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G.W.

​L.L.

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Wie gestaltet sich Ihre Arbeit? Wie viel Weitblick und Offenheit braucht man in Ihrem Job?

​L.L.

G.W.

G.W.

Es gibt Wochen, da bin ich fünf Tage an meinem Schreibtisch anzutreffen, dann bin ich wieder nur unterwegs und kaum im Büro. Insofern gestaltet sich mein Job extrem abwechslungsreich. Unser Ziel für die kommenden Jahre ist es, die führende Ganzjahresdestination im alpinen Raum zu werden. Das ist durchaus ambitioniert. Dazu braucht es aber Weitblick und Offenheit bei allen Entscheidungsträgern.

“Of course the Streif contributes a lot to the myth that is Kitzbühel, it’s incredibly fascinating to people.”

​L.L.

„Ich bin definitiv ein Kind der Berge. Geboren in Galtür auf 1.600 Metern Seehöhe wurde mir das alpine Thema quasi schon in die Wiege gelegt.“

​L.L.

G.W.

Wie unterscheidet sich Ihr Job zwischen Sommer und Winter?

​L.L.

G.W.

G.W.

Im Winter gehe ich in Pullover und Anorak ins Büro, im Sommer trifft man mich in der kurzen Lederhose. Abgesehen davon spüre ich keinen Unterschied. Wir sind planungstechnisch sehr weit voraus und stecken schon mitten in den Details für das kommende Jahr. Dabei ist es wichtig, auch abschalten zu können, sich ab und zu eine Auszeit zu nehmen und Urlaub mit der Familie zu machen.

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L.L.

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G.W.

​L.L.

“Our goal for the coming years is to become the leading year-round destination in the alpine region.”

Welches Bild nach außen wollen Sie als Geschäftsführer vertreten?

​L.L.

G.W.

G.W.

Unsere Strategie sieht vor, dass wir uns als legendärste Sportstadt der Alpen präsentieren. Legendär bedeutet für mich auch, dass man eine spannende, lebendige Geschichte zu erzählen hat. Dahinter stehe ich mit gutem Gewissen.

„Die Streif trägt natürlich viel zum Mythos Kitzbühel bei, übt eine unglaubliche Faszination auf die Menschen aus.“

​L.L.

​L.L.

G.W.

Wie sehen sich die Kitzbüheler selbst?

“Last summer and last winter we were very successful and able to show the best figures that Kitzbühel has ever seen.”

​L.L.

G.W.

Ich denke, sie sind sich dessen bewusst, an diesem ganz speziellen Ort zu leben, und sie sind sehr stolz darauf, ganz ohne Allüren. Das Exklusive, Prominente, das die Stadt umgibt, sehen die Bewohner nicht so. Sie fühlen sich hier einfach daheim. Es ist „unser Kitzbühel“.

G.W.

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​L.L.

Gerhard Walter’s Wordrap

Das Hahnenkammrennen hat sich zu einem der berühmtesten Skirennen weltweit etabliert. Wie empfinden Sie es?

Home tastes like:

G.W.

Bordeaux or Grüner Veltliner:

Das Hahnenkamm-Wochenende findet mit einigen Unterbrechungen seit 1931 statt und ist für uns alle der absolute Höhepunkt im Event-Kalender. In vielen Bereichen erreicht der Ort zu diesem Anlass alljährlich das maximal Mögliche.

100.000 Menschen kommen nach Kitzbühel, lassen ihre Sporthelden hochleben und feiern eine riesengroße Party in der Stadt. Die mediale Berichterstattung ist gigantisch und alle Betten der Region sind belegt. Die Vorbereitungen dafür laufen fast das gesamte Jahr über.

Gerhard Walter in a few words:

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L.L.

Kitzbühel hat erstmals ein Schneedepot für einen frühen Start in die Wintersaison angelegt. Wie gestaltete sich dieses Vorhaben?

G.W.

Wir haben das Glück, eine sehr engagierte und innovative Bergbahn zu haben. Die Verantwortlichen haben „Schnee von gestern“, also von der vergangenen Wintersaison, in einem Depot angelegt. Gut 25.000 Kubikmeter wurden mit Isolier-matten und Vlies verpackt und überstanden gut den Sommer.

Das hat uns die Möglichkeit gegeben, dass wir in Kitzbühel bereits seit 24. Oktober Ski fahren und somit die erste Region sind, abgesehen von den Gletscherskigebieten, die so früh in den Winter starten konnten. Die Qualität der drei zur Verfügung stehenden Pisten war so gut, dass im November bereits zwei FIS-Rennen dort stattfinden konnten.

„Unser Ziel für die kommenden Jahre ist es, die führende Ganzjahresdestination im alpinen Raum zu werden.“

​L.L.

Sie arbeiten und leben gleichzeitig in Kitzbühel. Kann man abschalten, wenn man permanent vom eigenen Produkt umgeben ist?

G.W.

Das gelingt mir ganz gut. Ganz egal, ob ich laufe oder mir den Wildpark anschaue – ich genieße das vielfältige Angebot, das unsere Region zu bieten hat und brauche wahrscheinlich noch zehn Jahre, um alle besonderen Plätzchen zu entdecken.

​L.L.

Gibt es Momente, in denen Sie besonders stolz auf Ihre Arbeit sind?

G.W.

Ich freue mich, wenn wir gute und vor allem messbare Ergebnisse vorlegen können. Wir waren letzten Sommer und vergangenen Winter sehr erfolgreich und konnten mit den besten Zahlen punkten, die Kitzbühel jemals verzeichnete. Und das, obwohl der Landesdurchschnitt rückläufig ist.

Das haben wir als Team sehr gut gemeistert. Das ist keine Selbstverständlichkeit und nur mit dem unermüdlichen Einsatz aller möglich. Natürlich macht es große Freude, wenn uns als Tourismusorganisation Einzigartiges gelingt. Ein Beispiel dafür ist unser vielfach international ausgezeichneter Imagefilm.

„Wir waren letzten Sommer und vergangenen Winter sehr erfolgreich und konnten mit den besten Zahlen punkten, die Kitzbühel jemals verzeichnete.“

​L.L.

Sie haben sowohl privat als auch beruflich viele Stationen hinter sich. Wo fühlen Sie sich zuhause?

G.W.

Heimat ist für mich ein Gefühl, das einem durch die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft und die Authentizität der Menschen vermittelt wird. Ich fühle mich in Kitzbühel sehr wohl und habe jeden Tag ein gutes Gefühl „heimzukommen“. Hier bin ich wirklich angekommen. 

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Gerhard Walter im Wordrap

Heimat schmeckt nach:

frisch gemähtem Gras und Pulverschnee.

Bordeaux oder Grüner Veltliner:

als stolzer Österreicher Grüner Veltliner.

Gerhard Walter in kurzen Worten:

alpine Wurzeln, Kosmopolit, Spuren hinterlassen, eigensinnig.

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1964 geboren beginnt Walters Karriere 1990 im Marketing der Bregenzer Festspiele. Dann wechselt er zur Österreich Werbung nach New York und steht zwischen 1993 und 2004 dem Tourismusverband Galtür vor.

Hier zeigt er sich federführend in der internationalen Krisenbewältigung der Lawinenereignisse von 1999. Von 2004 bis 2010 leitet er die Lech Zürs Tourismus GmbH und wechselt 2010 als Geschäftsführer zur Verbund Tourismus GmbH. Zwischen 2010 und 2013 schließt er den Post Graduate Management Lehrgang und einen Executive MBA an der Wirtschaftsuniversität Wien ab.

Der gebürtige Galtürer Gerhard Walter lenkt seit dem 1. Oktober 2013 als Geschäftsführer die Geschicke des Tourismusverbandes der Gamsstadt.


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