„Immer aufi auf‘n Berg!“

Interview mit Isabella Kortschak und Verena und Christina Thaler von der Seidlalm Kitzbühel

Seit dem Winter 2016 weht ein frischer Wind auf der Seidlalm. Wo einst Hansi Hinterseer seine Kindheit verbrachte und der Skiweltcup erfunden wurde, kümmern sich jetzt Isabella Kortschak und Verena und Christina Thaler um das Wohl der Gäste. Die drei Tirolerinnen bewahrten den alten Charme der Alm und schufen ein besonderes Platzerl hoch über Kitzbühel. Im La-Loupe-Interview verraten die drei, wie der Alltag auf der Berghütte aussieht, schwelgen in Erinnerung und machen Lust auf den Bergsommer. 

L.L. / Die Seidlalm in Kitzbühel ist legendär. Hatten Sie vor der Übernahme im Winter 2016 je Zweifel, den Herausforderungen und dem Ruf gerecht zu werden?

I.K. / Zweifel an sich nicht, aber natürlich möchte man dem Ruf der Alm gerecht werden. Damit ist sicher auch ein gewisser Druck verbunden. Da wir uns aber entschlossen haben, das Projekt Seidlalm zu dritt in Angriff zu nehmen, stellen wir uns der Herausforderung mit vollem Einsatz und viel Begeisterung!

L.L. / Sie kommen aus der Region Kitzbühel und Oberndorf, die Seidlalm war Ihnen also schon von Kindesbeinen an vertraut. Welche Erinnerungen haben Sie an die Berghütte?

I.K. / Für uns war die Seidlalm immer schon ein ganz besonderer Platz mit einem besonderen Flair. An freien Tagen gab es für mich zum Beispiel nichts Schöneres, als mit dem Mountainbike oder zu Fuß auf den Hahnenkamm zu fahren beziehungsweise zu wandern und auf der Seidlalm dann einen Holler zu trinken und zu frühstücken. Die Aussicht ist so atemberaubend, man kann dort einfach abschalten und die unglaubliche Naturkulisse Kitzbühels genießen.

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L.L. / Die Seidlalm verwöhnt Gäste seit 1936, nach einer Renovierungsphase 2016 sind Sie nun stolze Pächter des Traditionsbetriebs. Wie schwer war es, ein Stück echter Kitzbüheler Geschichte mit modernem Zeitgeist zu füllen? Wie weit darf man dabei gehen?

I.K. / Es war uns vor allem wichtig, den schlichten und einfachen Ursprung und die Tradition der Seidlalm zu erhalten. Eine solche Alm sollte man nicht zu sehr modernisieren. Unser Vorteil war, dass die Familie Thaler bereits Erfahrung in diesem Bereich hatte und schon Sanierungen von solch alten Hütten durchgeführt hat. Mit Liebe zum Detail und dem notwendigen Fachwissen hoffen wir, dass uns die Renovierung gelungen ist. Uns gefällt die „neue-alte“ Seidlalm sehr gut und durch die Sanierung können dort Gäste und Einheimische Kitzbühels wieder lange Jahre einkehren und zu Besuch kommen.

L.L. / Seidlalm-Burger und zünftige Brettljausn – auch in der Gastronomie treffen Trends auf Altbewährtes. Aber immer lautet die Devise auf der Seidlalm „kurz und knackig“. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

I.K. / Wir legen vor allem Wert auf Produkte aus der Region. Dazu gehört der Käse und Schnaps von Andreas und Stefan vom Schörgererhof in Oberndorf, Schnaps von der Brennerei Höck in Schwoich, Wein aus Österreich, die Milch und teilweise das Fleisch direkt von Christinas Hof und alles Weitere von der Traditionsmetzgerei Huber in Kitzbühel. Kurz und knackig ist deshalb nicht nur unsere Speisekarte, sondern auch die Transportwege. Im Sommer haben wir zusätzlich auch noch Hühner für die Eier auf der Alm und die Moosbeeren wachsen ohnehin direkt am Seidlalm-See.

L.L. / Auf der Seidlalm lehnen Sie den Begriff des klassischen Restaurants ab. Welche Bezeichnung bevorzugen Sie?

I.K. / Almhütte. Jeder, der die Seidlalm kennt, wird uns zustimmen.

L.L. / Verena Thaler, Sie sind die Wirtin auf der Seidlalm. Wie schaffen Sie es, einen Besuch auf der Berghütte unvergesslich zu machen?

V.T. / Ich bin sehr naturverbunden und liebe die Berge. Diese Leidenschaft versuche ich auch an unsere Gäste weiterzugeben. Mir macht es einfach Spaß Gastgeberin zu sein, und das Wort an sich erklärt sich selbst. Wenn man im Urlaub ist oder mal ein paar Stunden frei hat, möchte man genießen und entspannen und diesen Wunsch versuche ich auch, unseren Mitarbeitern zu erfüllen. 

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L.L. / Der Pächterfamilie und dem Vermittler, dem Kitzbüheler Ski Club, war eines ganz besonders wichtig: ein ganz normaler Almbetrieb. Christina Thaler, Sie bewirtschaften die Landwirtschaft der urigen Berghütte. Für viele mag das sehr romantisch klingen. Wie sieht denn Ihr Arbeitsalltag auf 1.206 Metern eigentlich aus?

C.T. / Dazu möchte ich nur sagen: Jetzt geht es los! Ich freue mich auf spontane helfende Hände – ich habe für jeden jederzeit Arbeit (lacht).

L.L. / Livemusik, Fondueabend und Hahnenkammparty – Isabella Kortschak, Sie kümmern sich um die Events auf der Almhütte. Für welche Anlässe kann man die Seidlalm mieten?

I.K. / Wir freuen uns über jede Art von Veranstaltung. Ob eine Firmenfeier, ein Geburtstag, die Hochzeit, Taufen, Firmungen oder auch nur einfach so – die Seidlalm bietet dafür den perfekten Rahmen und bleibt in Erinnerung. Die Terrasse mit Aussicht zum Wilden Kaiser, auf das Kitzbüheler Horn bis hin zu den Südbergen ist einfach fantastisch. Wir begrüßen unsere Gäste mit Freude und Herzlichkeit. 

L.L. / Die erste Wintersaison ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Auf welche Ideen dürfen wir uns im Sommer 2017 freuen?

I.K. / Wir sind schon wieder fleißig bei der Arbeit. Lasst euch überraschen und besucht uns! Wir haben noch viele Ideen, die jetzt im Sommer in die Tat umgesetzt werden.

L.L. / Jetzt mal Hand aufs Herz: War es schon immer euer Traum eine Almhütte zu übernehmen?

I.K. / Eindeutig dreimal ja! 

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Isabella Kortschak im Wordrap

Drei Gründe, warum man der Seidlalm unbedingt einen Besuch abstatten sollte: Die drei Seidlalm-Dirndl! Des is wirklich a besonders Platzerl …

Rock’n’Roll oder Volksmusik? Beides, je nach Anlass.

Ein Hüttenbesuch ohne ... Schnapserl geht nicht.

Berg oder Tal? Immer aufi auf‘n Berg!

Heimat bedeutet uns ... alles.

Seidlalm

Die drei Tirolerinnen Isabella Kortschak und Christina und Verena Thaler übernahmen 2016 die Seidlalm an der berühmten Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel. Isabella Kortschak setzt jedes Event auf der traditionellen Hütte perfekt um, Christina Thaler bewirtschaftet die Alm und ihre Schwester Verena Thaler kümmert sich als Gastgeberin um das Wohl der Einkehrer. Nicht zu vergessen die Kühe Brunhild, Mon Cherie, Blizzi und Co., die das Almgefühl perfekt machen.