Mehr als Hopfen und Malz

Interview mit Geschäftsführer und Braumeister Felix Gmachl, Die Weisse

Felix Gmachl ©Die Weisse

1901, als es in Österreich noch üblich war, starke Bockbiere zu produzieren, präsentierte Adelbert Behr in Salzburg eine Innovation: ein leichtes Weissbier – und läutete damit gleichzeitig ein neues Bierzeitalter ein. Heute trägt Die Weisse stolz den Titel „älteste Weissbierbrauerei Österreichs“ und ist somit ein echtes Salzburger Urgestein. Aber eines, das mittlerweile auch am Arlberg heimisch geworden ist. Felix Gmachl, Geschäftsführer und Braumeister von Die Weisse, spricht im La Loupe-Interview über seine starke Verbindung zu Lech Zürs und über neue Brauprojekte. 

L.L. / Herr Gmachl, Sie sind seit Kindertagen in Lech beim Skifahren. Fühlt es sich schon nach Nachhausekommen an, wenn Sie dem Arlberg im Winter einen Besuch abstatten?

F.G. / Ja, auf alle Fälle. Schon meine Großeltern statteten Lech jeden Winter einen Besuch ab, und nun gehen wir Enkelkinder der Leidenschaft zum Skifahren am Arlberg nach.

L.L. / Gegründet 1901, blickt Ihre Weissbierbrauerei auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Ihr Bier ist bis über die Grenzen bekannt – und darf sich auch über Liebhaber am Arlberg freuen. Warum kommt die Weisse hier so gut an?

F.G. / Die lange Tradition und der Fokus auf Qualität und Genuss verbindet uns sehr stark mit der Philosophie des Arlbergs. Außerdem ist Weissbier ein optimales Getränk. Dank seiner vielen Vitamine und Spurenelemente eignet es sich hervorragend, um sich nach einem anstrengenden Skitag auf den Pisten des Arlbergs zu regenerieren und Kraft zu tanken. Tradition und Qualität ist wie bei Lech Zürs die Basis unseres Erfolgs. 

©Die Weisse
©Die Weisse

L.L. / Kulinarik und Genuss begegnet einem in Lech auf Schritt und Tritt. Zu welchem Gericht schmeckt Die Weisse ganz besonders gut?

F.G. / Unser Weissbier schmeckt angenehm fruchtig – und trotzdem spritzig. Es lässt sich also ideal zu Fleischgerichten kombinieren, aber auch zu Fisch und Salaten passt es wunderbar.

L.L. / Momentan bieten Sie neun verschiedene Biere an. Welche Genießer möchten Sie ansprechen?

F.G. / Wir haben uns seit 1901 stets auf die Produktion eines perfekten Weissbieres spezialisiert. Mittlerweile gibt es neben unserem Original von 1901 auch die ein oder andere Sorte drumherum. Das hängt auch von den unterschiedlichen Bedürfnissen der Konsumenten ab.

Besonders hervorheben möchte ich hier unsere Bio-glutenfrei-Linie. Seit 2015 bieten wir ein glutenfreies Bio-Weissbier an, das sich im Geschmack kaum vom Original unterscheidet. Die Bio Weisse glutenfrei macht es seitdem auch Leuten mit Zöliakie oder Glutensensivität möglich, unser Weissbier zu konsumieren. Bis dahin ein absolutes No-Go für Allergiker! Nach wie vor sind wir die einzigen auf dem gesamten Biermarkt, die so ein Bier anbieten. Das macht natürlich schon ein bisschen stolz.  

©Die Weisse
©Die Weisse

L.L. / Sie sind nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Braumeister. Was muss ein Bier haben, damit es Ihren Geschmackstest besteht?

F.G. / Es muss sofort zum nächsten Schluck anregen. Das ist die einfachste und einzige Regel für mich, wenn es um den Geschmack geht.   

L.L. / Bekannt sind Sie für Ihre Weissbiere. Wird es zukünftig auch Pils und Märzen geben? Was sind Ihre Zukunftsvisionen?  

F.G. / Ich möchte einen noch stärkeren Fokus auf unsere Bio-Linie legen und eventuell auch mit alternativen Getreiden arbeiten, dabei jedoch nie unsere Tradition und die klassischen Sorten vernachlässigen.

Für unser Stammhaus Die Weisse in Salzburg brauen wir ein Märzenbier namens Salzburger hell ein. Weitere Schritte in diese Richtung sind allerdings nicht geplant. Unser Schwerpunkt und unsere Spezialisierung liegen eindeutig in der Herstellung von Weissbier. 

©Die Weisse
©Die Weisse
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©Die Weisse

Die Weisse

Seit 1901 widmet sich die Salzburger Brauerei Die Weisse dem Brauhandwerk. 2015 übernahm Felix Gmachl den Familienbetrieb und führt nicht nur die Braukunst nach altem Rezept fort, sondern entwickelt auch innovative Rezepte, wie ein glutenfreies Bio-Weissbier. Ausgewählte Rohstoffe und behutsame Reifung sind die Grundlage des duftig-leichten Weissbiers mit fruchtigem Aroma und schaumiger Krone. 

Wordrap mit Felix Gmachl:

Von Craft Beer halte ich ...

wenig – viel mehr von ehrlichem österreichischem Brauerhandwerk. Es muss nicht immer alles amerikanisiert werden.

Hell oder dunkel?

Hell!

Die Weisse in drei Worten:

Bügelflasche, Handwerk, Tradition seit 1901.

Lech schmeckt hingegen nach ...

herrlichem Tiefschnee.

Echtes Brauhandwerk ...

ist Die Weisse in der originalen Bügelflasche.

Die Weisse trinke ich in Lech Zürs am liebsten ...

dort, wo es sie gibt. Es gibt zu viele schöne Plätze in Lech, um sich auf einen zu fixieren.