Dem Himmel so nah

Die Eröffnung des Skyspace Lech

©Florian Holzherr

Perfekt – mit keinem anderen Wort als diesem beschrieb der amerikanische Lichtkünstler James Turrell die Gebirgslandschaft am Arlberg, als er Lech Zürs im September 2014 besuchte. Vier Jahre später ist die Region um ein Kunstwerk reicher.

Am 17. September 2018 kam der Moment, auf den Einheimische und Gäste lange gewartet hatten: James Turrells Skyspace wurde feierlich eröffnet. Die Umsetzung war aufgrund der exponierten hochalpinen Lage auf der 1.780 Meter hohen Alpe Tannegg eine große Herausforderung. Vier Jahre lang wurde der besondere Lichtraum geplant und gebaut – besondere Bedingungen wie die enormen Schneemassen mussten miteinbezogen werden.

Die Realisation verdankt der private Verein Horizon Field, dem es gelang, James Turrell für das Projekt zu gewinnen, zahlreichen Spendern und Sponsoren. So wurden 250 Bausteine zu je 1.000 Euro verkauft, die einen wesentlichen Teil des Projektbudgets ausmachten. Rund 90 Prozent der Kosten wurden von privater Hand getragen, zehn Prozent kamen aus öffentlichen Mitteln.

©Florian Holzherr
©Florian Holzherr

Eine ganzheitliche Erfahrung ...

Der begehbare Lichtraum schärft die Wahrnehmung von Raum, Licht und Zeit. „Mein Wunsch ist es, ein Geschehen zu kreieren, in das ich den Betrachter einlade, um es selbst zu erleben. So wird es eine ganz persönliche Erfahrung“, äußerte sich Turrell zum Konzept. Schon der Weg zum Skyspace, der ein paar Gehminuten von Oberlech entfernt ist, gehört zur ganzheitlichen sinnlichen Erfahrung. Einmal angekommen weist nur eine Kuppel auf das Werk hin, der Rest des ovalen, nach oben gewölbten Baus liegt unterirdisch in einem Hügel. „Damit wird er dem Wunsch des Künstlers nach einem möglichst minimalen Eingriff in die Natur gerecht“, so Otto Huber, Obmann von Horizon Field. Bereits von außen eröffnet sich Besuchern ein panoramareicher Blick vom alten Weiler Bürstegg bis hin zum Gipfel des Biberkopfs.

Durch einen 15 Meter langen Tunnel gelangt man schließlich in das Herzstück des Raums: Einem ellipsenförmigen, neun Meter langen und sechs Meter breiten Sensing Room, der mit einer umlaufenden Sitzbank ausgestattet ist. Hier kann man die Lichtinstallation auf sich wirken lassen und durch die beeindruckende Kuppel den Blick in den Himmel mit allen Sinnen erleben. Diese lässt sich öffnen – eine Besonderheit, die bei keinem anderen Skyspace der Welt zu finden ist. „Wir sind uns nicht bewusst, dass wir selbst dem Himmel seine Farbe geben. Wir denken, dass alles vorgegeben ist, aber wir haben doch aktiv Teil daran, die Realität, in der wir leben, zu erschaffen“, ist sich James Turrell sicher.

Galerie Skyspace ©Florian Holzherr

... und kulturelle Bereicherung

Mit dem Skyspace werden Kunst und Kultur in Lech Zürs weiter in den Fokus gerückt und gestärkt. „Neben dem sportlichen Angebot können und wollen wir uns in den Bereichen Kunst und Kultur von anderen Destinationen abheben. Ich sehe in der Kunst von James Turrell eine große Bereicherung und zudem das Potenzial für eine Signalwirkung weit über die Region Arlberg und Vorarlberg hinaus“, freut sich Bürgermeister Ludwig Muxel. Noch nie war ein Blick ins Blaue so schön und inspirierend.