La Loupe Logo Menü öffnen Menü schließen
Heimat braucht Bier
Alexander Müller & Antonius Huber ©Sebastian Schoenwald

Garmisch-Partenkirchen

Heimat braucht Bier

Interview mit Alexander Müller und Antonius Huber vom Brauhaus Garmisch

300 Jahre lang wurde in Garmisch-Partenkirchen Bier gebraut – bis das alteingesessene Brauhaus Garmisch in den 1970er-Jahren aufgrund von Familienunstimmigkeiten geschlossen werden musste. Seitdem konnten die Bierliebhaber aus der Region nur noch auf auswärtiges Bier zurückgreifen.

Ein Zustand, den Antonius Huber und Alexander Müller ändern wollten: Zwei Jahre tüftelten sie an der richtigen Bier-Rezeptur – mit Erfolg. Im Mai 2018 kam die erste Lieferung „Garmischer Hell“ auf den Markt und war im Nu ausverkauft. Im Interview erzählen die beiden gebürtigen Garmisch-Partenkirchner, wie sie die Werdenfelser Braukultur wieder aufleben ließen.

L.L./ You two are proper Bavarians – do you remember the first time you ever got in touch with beer?

A.H./ Da Bier in Bayern zum Kulturgut gehört, sind wir damit aufgewachsen. Allerdings haben wir als Kinder natürlich noch kein Bier getrunken. Mit 16 oder 17, als Burschen, hat sich das dann langsam geändert.

„Wir hatten schon lange die Idee im Kopf, gemeinsam ein eigenes Bier zu brauen.“ Alexander Müller

La Loupe Ga Pa 18 19 Antonius Huber 75iw5y4p9

Antonius Huber ©Sebastian Schoenwald

L.L./ Your backgrounds are actually in the pharmaceutics and real estate industry, respectively. At the first glance this has very little to do with beer brewing. How did you develop a taste for it?

A.M./ Da ich in Weihenstephan Biotechnologie studiert habe, was viele Parallelen zum Brauen aufweist, bin ich sehr früh mit der Materie Bierbrauen in Kontakt gekommen. Bereits während des Studiums hab ich dort mit der Herstellung eigener alkoholhaltiger Getränke experimentiert.

A.H./ Wir hatten schon lange die Idee im Kopf, gemeinsam ein eigenes Bier zu brauen. Um solch ein Großprojekt auf vernünftige Beine zu stellen, benötigt man natürlich ein hochwertiges Produkt und auch eine solide Finanzplanung, einen gut aufgestellten Vertrieb und ein top Marketing. So arbeiten wir effizient zusammen.

"In all the main points we complement each other very well." Antonius Huber

La Loupe Ga Pa 18 19 2 75iw5y4p8

©Sebastian Schoenwald

L.L./ You’ve known each other since you were children. How did you know you’d be there perfect partners for making Garmisch beer? What are your respective roles?

A.H./ Wir ergänzen uns in unseren Schwerpunktbereichen sehr gut. Alexander entwickelt den Brauprozess, gemeinsam legen wir den Geschmack fest und diskutieren neue Produkte.

A.M./ Antonius liefert die betriebswirtschaftlichen Zahlen und organisiert den Vertrieb und das Marketing. So kann jeder seine Ideen einbringen und sich auf das Fachwissen des anderen verlassen.

„Wir hatten von Anfang an immer eine klare Vorstellung von unserem Bier.“ Alexander Müller

L.L./ In May 2018 the first lager beer, “Garmischer Hell”, came on the market. How can we envision the process from the idea to the finished beer?

A.M./ Wir hatten von Anfang an immer eine klare Vorstellung von unserem Bier. Beim Hellen haben wir zum Beispiel Schritt für Schritt über zwei Jahre an unserer kleinen Brauanlage das entsprechende Rezept entwickelt. Bei manchen Sorten ging das aber auch schneller. Erst dann, wenn wir zu 100 Prozent zufrieden sind, geht’s weiter in den Produktionsmaßstab.

„Wir ergänzen uns in unseren Schwerpunktbereichen sehr gut.“ Antonius Huber

L.L./ There are many different kinds of beers. What aromas does a beer need to have, according to you?

A.M./ Je nach Sorte muss unser Bier bestimmte geschmackliche Kriterien erfüllen. So muss beispielsweise das Helle eine angenehme Hopfenblume haben, die nicht von einem allzu aufdringlichen Malzkörper überdeckt wird. Im Gegensatz dazu ist das Export/Märzen etwas wuchtiger im Körper, das Malz ist deutlich präsent, der Hopfen bleibt dafür mehr im Hintergrund.

A.H./ So haben alle Sorten ihren eigenen, ganz speziellen Charakter.

L.L./ You both still have fulltime jobs, so your beer is made at the traditional brewery Herrnbräu in Ingolstadt at the moment. What elements of the brewing process were important to you? Why was Herrnbräu an option?

A.H./ Mit Herrnbräu haben wir einen Partner gefunden, der in Kompetenz und Größe ideal zu uns passt und super unsere Vorstellungen und Vorgaben umsetzt. Die Chemie zwischen uns stimmt einfach.

„Einige schneidige Rezepte haben wir für das neue Brauhaus schon in der Schublade.“ Alexander Müller

L.L./ Garmisch brewed its own beer for 365 years – until 1972. Do you feel like you’re bringing back a piece of tradition with Brauhaus Garmisch?

A.H./ Ja, ganz klar. Das war ja auch unser Antrieb.

L.L./ Garmischer Hell is in high demand. So much so that you’ve been struggling to keep up with the deliveries. When do you think it’ll be time for Garmisch-Partenkirchen to have its own brewery again?

A.H./ Wir hatten bereits recht mutig geplant und mehrere Sude in Vorleistung angesetzt. Dass das Bier nach 1,5 Wochen bereits ausverkauft war, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Ein qualitativ hochwertiges Bier muss aber einfach ausreichend gelagert werden. Daher hatten wir einen kurzen Engpass. Dem begegnen wir aber mit einer möglichst vorausschauenden Planung. Zu 100 Prozent abschätzen kann man es jedoch nie. So was muss sich ja auch Schritt für Schritt und somit gesund entwickeln.

A.M./ Dazu gehört auch der logische nächste Schritt einer eigenen Brauanlage, die wir für den nächsten Winter in den Räumlichkeiten vom alten Brauhaus planen.

„Dass das Bier nach 1,5 Wochen bereits ausverkauft war, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet.“ Antonius Huber

La Loupe Ga Pa 18 19 Alexander Muller 75iw5y4p8

Alexander Müller ©Sebastian Schoenwald

L.L./ The rumour mill is running: you are to expand your range by new types soon? Is there anything you can tell us about that?

A.M./ Genau damit werden wir auch im eigenen Brauhaus anfangen. Einige schneidige Rezepte haben wir dafür schon in der Schublade. Ein bisschen was ist ja auch schon durchgesickert. Ein Weißbier wird dabei sein. Und ein Export oder Märzen. Das Märzen ist deutlich stärker eingebraut. Wir müssen uns noch für eins davon entscheiden. Mehr wollen wir aber heute noch nicht verraten.

L.L./ The start really was quite promising. Imagine your Helles finds lots of fans in Garmisch-Partenkirchen and the world – where do you see Brauhaus Garmisch in five years?

A.H./ Unser Wunsch in fünf Jahren ist, dass sich das Garmischer Hell weiterhin solcher Beliebtheit erfreut und wir in Garmisch-Partenkirchen wieder eine eigene Brauerei betreiben. Alles Weitere lassen wir auf uns zukommen.

Antonius Huber und Alexander Müller haben gemeinsam die Idee und ein Konzept entwickelt, die Braukunst in Garmisch-Partenkirchen wieder aufleben zu lassen.

Alexander Müller hat Biotechnologie in Weihenstephan studiert und sich dort mit der Bioverfahrens- und Anlagentechnik befasst, was sich – wie sich später zeigen sollte – als sehr hilfreich herausgestellt hat. Antonius Huber hat einen Master in Betriebswirtschaft und ist der Meister der Zahlen des Unternehmens. Seit Mai 2018 gibt es nun wieder unter dem Motto „Heimat braucht Bier“ ein eigenes Garmischer Hell in der Marktgemeinde.

www.brauhausgarmisch.de


Garmisch-Partenkirchen

Guide


Folge uns Facebook Instagram