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Ein Königreich für Biobienen

Garmisch-Partenkirchen

Ein Königreich für Biobienen

Interview mit dem Biohotel Bavaria

Der ganzheitliche Ansatz des Biohotels Bavaria kommt Gast, Bienen und der Natur nachhaltig zugute.

L.L./ Das Bavaria ist ein Biohotel mit ganzheitlichem Ansatz – zu welchem Zeitpunkt kamen die Bienen, als Idee und dann konkret, ins Spiel?

K.SVT./ Im Grunde waren die Bienen – oder meine Erfahrungen in der Imkerei – ausschlaggebend für unsere Umstellung zum Biohotel und die ganzheitliche Ausrichtung. Angefangen hat es 2012 mit dem ersten Imkerkurs, gefolgt von einem weiteren Demeter Imkerkurs und den ersten eigenen Bienenvölkern. Es war von Anfang an klar, dass wir unsere Bienen ökologisch halten möchten – sprich ihnen einen Teil des eigenen Honigs lassen, Naturwabenbau, natürliche Vermehrung und vieles mehr. Schnell kam dann auch der Wunsch auf, dies für das gesamte Hotel sowie für unser anderes Hotel Garmischer Hof umzusetzen. Mit tatkräftiger Hilfe vom Verein der Biohotels wurden wir dann 2015 zum zertifizierten Biohotel und unsere Bienen „Biobienen“: Dazu gehört der Einsatz von 100% zertifizierten, ökologischen Speisen und Getränken, Strom aus erneuerbaren Energien, Papier aus verantwortungsvollen Quellen, ausschließlich Naturkosmetik, Messung des CO2-Abdrucks unseres Hauses und vieles mehr.

„2015 wurden unsere Bienen zertifizierte ‚Biobienen‘!“

L.L./ Wie viele Bienenstöcke haben Sie aktuell und gibt es Erweiterungspläne für die Zukunft? Wie arbeitsintensiv ist die Imkerei?

K.SVT./ Momentan haben wir fünf Stöcke – geplant sind ein paar mehr, damit die Ernte das ganze Jahr fürs Frühstücksbuffet reicht. Natürlich schauen wir nach unseren Bienen – im Frühjahr wird Futter- und Schwarmkontrolle großgeschrieben. Dann kommen die Erntezeit und das Einfüttern im Spätsommer. Im Herbst und Winter ist es eher ruhig und Zeit zum Fortbilden, Honigabfüllen und wieder alles für das nächste Bienenjahr vorzubereiten.

„Wir Imker nennen es auch ‚Das Bien‘!“

Laloupe biohotel bavaria 4

L.L./ In welcher Form kommen Ihre Gäste mit den Bienen oder Honig aus eigener Herstellung in Kontakt?

K.SVT./ Wir haben unseren Biohonig – solange der Vorrat reicht – am Frühstücksbuffet und bieten im Frühling bis Spätsommer wöchentliche Bienenwanderungen ganz im Zeichen von „Leichtgewichten und Schwerstarbeitern“ an.

„Für mich ist eine Biene Ästhetik pur.“

L.L./ Was fasziniert Sie persönlich an Bienen?

K.SVT./ Ich bin davon begeistert, wie die Bienen – wir Imker nennen es auch „Das Bien“ – als Superorganismus zusammenleben und mit den unterschiedlichsten Launen der Natur zurechtkommen. Sie merken, wenn ein Gewitter im Anmarsch ist und ob ich beispielsweise beim Imkern ganz entspannt bin oder – was ebenfalls manchmal vorkommt – auch schnell machen will, weil meine To-do-Liste noch lang ist. Sie geben Schwesternmilch, produzieren Gelée Royal, Honig, Propolis und Wachs, sie bauen wunderschöne Waben, wenn wir sie lassen, und es riecht einfach köstlich in so einem Bienenstock. Für mich ist eine Biene Ästhetik pur.

„Der Boden ist die Grundlage unseres Lebens.“

Laloupe biohotel bavaria 3

L.L./ In Amsterdam wurden gerade die Dächer von Hunderten von Bushaltestellen mit Pflanzen ausgestattet, um dem Bienensterben entgegenzuwirken. Welche Maßnahmen halten Sie – im Kleinen und im Großen – für sinnvoll und nötig, um dieses Thema auch in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung voranzutreiben?

K.SVT./ Die Aktion in Amsterdam finde ich sehr schön – im Großen und Ganzen geht es ja um alle Insekten, die Honigbiene ist sicherlich ein ganz Großer unter den Bestäubern, aber die Biene allein ist es auch nicht. Daher finde ich es wichtig, dass wir uns mehr damit beschäftigen, wie die Landwirtschaft an sich produziert – wie wir den Boden schützen können, weil er ja auch die Grundlage unseres Lebens ist. Daher ist für mich die große Stellschraube unser Einkaufsverhalten und im Kleinen natürlich unsere Gärten und öffentlichen Flächen. Insekten brauchen viel Unterschlupf und heimische Blühpflanzen – dafür können wir sicherlich alle etwas tun. Im Michael Ende Park gibt es jetzt ein sehr nettes Insektenhotel und zwei Bienenstöcke. Zudem ist der Kräutergarten für Insekten sehr schön. Auch die Mitglieder von „essbares Garmisch“ pflanzen recht viel im Ort – ich finde, da passiert schon recht viel.

BIOHOTEL BAVARIA

Partnachstrasse 51, 82467 Garmisch-Partenkirchen

+49 8821 / 3466

info@hotel-bavaria-garmisch.com

www.garmisch-partenkirchen-hotel.de


LIEBE LESER,

dass Bienen fleißige Sammler sind und eine besondere Rolle im natürlichen Kreislauf spielen, haben Sie bestimmt schon mal gehört. Aber wussten Sie auch, dass eine Biene in ihrem Leben 8000 km zurücklegt, 1 kg Honig die Lebensarbeit von ca. 400 Bienen darstellt und die männlichen Tiere am Ende des Jahres als „Nichtsnutze“ aus dem Stock verbannt werden? Faszinierend. Und nur ein kleiner Ausschnitt aus der summenden Welt, in die Konstanze Seiwald-von Thurn als biozertifizierte Hobbyimkerin eingetaucht ist. Sie nimmt Sie gerne mit zu ihren Bienen auf die nahegelegene Moaralm, wo Sie in Biene Majas Haus schauen, die Völker aus sicherer Entfernung beobachten und auch gerne mal selbst in den Imkeranzug schlüpfen können. Das alles im Rahmen einer kurzen Wanderung und im regen Austausch mit Frau Seiwald-von Thurn.

Kinder, Erwachsene und Gruppen jeder Art sind zu einem unterhaltsamen Ausflug willkommen.


• Zeitraum: Mai bis Oktober • Mittwoch von 10 - 12 Uhr, je nach Witterung und Nachfrage • Hotel Bavaria als Start- und Endpunkt • In Fahrgemeinschaften bis zum Parkplatz Kaltenbrunn • Bienenwanderung in 20 Gehminuten zur Moaralm • Gesamtdauer ca. zwei Stunden


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