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Christian Sturmayr im Gespräch

Seit 101 Jahren steht der Name Sturmayr für Coiffeurkunst auf höchstem Niveau. Was 1918 als kleiner Friseur in Seekirchen am Wallersee begann, ist mit Sturmayr Coiffeure heute eine Branchengröße mit Salons in vier Bundesländern. Einer, der wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen hat, ist Christian Sturmayr. Im La Loupe-Interview verrät der 35-Jährige, wie sich Frisuren im Allgemeinen und der Friseurberuf im Speziellen verändert haben und warum man sich vom Schlagwort „praktische Frisur“ verabschieden sollte.

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L.L. / Herr Sturmayr, beim Friseurberuf ist auch die Beratung sehr wichtig. Wie gehen Sie in der Regel vor?

C.S./ Der Großteil meiner Kunden sind Stammkunden. Wenn ich aber einen Neukunden habe, dann versuche ich, die Informationen, die ich brauche – also das, was der Kunde will – so umfassend und rasch wie möglich herauszufinden. Den Kunden richtig wahrzunehmen, ist dabei ganz wichtig. Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen, zentral ist also erst die Kundenzufriedenheit. In einem nächsten Schritt vermittle ich dem Kunden dann über eine professionelle Beratung das, was ich für ihn oder sie im Sinn hätte.

„Im deutschsprachigen Raum hört man oft: Ich hätte gerne eine praktische Frisur.“

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L.L./ Gibt es auch Kundenwünsche, die nicht umsetzbar sind?

C.S./ Ja, das gibt es. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Manchmal sind einfach die Gegebenheiten nicht passend und meistens verstehen das die Kunden auch. Aber was Wünsche und Vorstellungen betrifft, ist der deutschsprachige Raum in meinem Metier generell speziell. Man hört ganz oft: Ich hätte gerne eine praktische Frisur. Im internationalen Vergleich – egal, in welchem Land man ist – hört man das eigentlich nie. Wir laufen ja auch nicht alle in Jogginghose herum, nur weil es praktisch ist. Man kann die Wirkung eines Menschen mit einer schönen, gepflegten Frisur durchaus gezielt steuern.

„Heute ist bei einem Friseurbesuch auch der Erlebnisfaktor wichtig.“

L.L./ Ist der Beruf heute schwieriger als früher, gerade in Hinblick auf Social Media?

C.S./ Ich finde, dass es heute eher einfacher ist. Die Kunden wissen meist, was sie wollen. Wichtig dabei ist, eine kundenorientierte Beratung zu bieten. Man muss konkret sagen, ob die Frisuren oder Farben auf dem Instagrambild überhaupt umsetzbar sind, wie sie möglich sind und welcher Aufwand dahintersteckt. Was oft vergessen wird, ist, dass der Hauptteil der Friseurkosten auf die Mitarbeiterstunden entfallen. Der Friseurberuf ist ein Handwerk, und das hat eben seinen Preis. Beim Friseur zahle ich dafür, dass sich jemand exklusiv für mich Zeit nimmt.

L.L./ Gibt es allgemeine Tipps, mit denen man immer gepflegt ausschaut, auch, wenn man es nicht zum Friseur schafft?

C.S./ Da tue ich mir ehrlich gesagt etwas schwer. Nicht regelmäßig zum Friseur zu gehen ist für mich vergleichbar damit, als würde ich mir nicht regelmäßig die Zähne putzen. Für mich ist das eine Ideologie – man sollte es sich wert sein, gepflegt auszusehen und damit auch selbstbewusst auftreten zu können. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Gepflegtes Haar ist entscheidend. Einmal in der Woche sollte man eine Packung machen, einen Conditioner nach jeder Wäsche. Shampoo ist nur zum Reinigen da, das pflegt nicht.

„Wir laufen ja auch nicht alle in Jogginghose herum, nur, weil es praktisch ist.“

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L.L./ Sie sind viel international unterwegs. Wie macht man Trends alltagstauglich?

C.S./ Das ist eigentlich ganz einfach, weil es so viele Trendfacetten gibt. Im Zuge der Beratung merkt man schnell, wie aufgeschlossen jemand ist. Meiner persönlichen Philosophie folgend bin ich kein Fan von radikalen Lösungen. Also nicht von ganz lang auf ganz kurz. Außer, es ist ausdrücklich gewünscht. Aber meistens arbeite ich mich Schritt für Schritt dorthin. Wichtig ist für mich als Friseur, dass ich in dem Moment, in dem die Kundin den Salon betritt, schon das Endergebnis vor meinem geistigen Auge sehe und gleichzeitig überlege, wie ich die Kundin dorthin bringen könnte – zu einem individuell an sie angepassten Ergebnis.

L.L./ Spielt das Alter auch eine Rolle?

C.S./ Ich habe Kunden, die mit Mitte 70 unglaublich offen und modern eingestellt sind. Und ich habe sehr konservative 20-jährige Kunden. Ich glaube, man sollte da nicht in Schubladen denken. Die Bandbreite ist da enorm. Ich denke lieber in Facetten. Das ist auch das Schöne.

„Radikale Lösungen mache ich im Regelfall nicht.“

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L.L./ Und was trägt Frau bei den Festspielen?

C.S./ Bei den Festspielen sieht man wahnsinnig tolle Roben und hochwertigen Schmuck. Aber bei den Haaren ist durchaus Luft nach oben. Grundsätzlich gibt es bei den Festspielfrisuren viele Facetten, nur ganz strenge Frisuren trägt man nicht mehr. Es ist grundsätzlich alles etwas weicher, etwas femininer. Wir machen den Damen gerne Frisuren, die sie schon tragen können, wenn sie vorab gemütlich an einem See etwas essen gehen und dann anschließend bei den Festspielen glänzen.

STURMAYR COIFFEURE

Hanuschplatz 1, 5020 Salzburg

+43 662 / 8422 11

sturmayr@sturmayr.at

www.sturmayr.at

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Christian Sturmayr ist gemeinsam mit seinem Vater Fred Sturmayr der Kopf von Sturmayr Coiffeure, die in vier Bundesländern vertreten sind – in Wien, Oberösterreich, Tirol und in Salzburg. Sturmayr Coiffeure wurde 1918 als kleiner Friseursalon in Seekirchen im Salzburger Flachgau gegründet. Christian Sturmayr ist seit sieben Jahren Haar- Stylist bei den Fashion Weeks in London, Paris, New York, Mailand und Berlin, wo er bei über 300 Haute-Couture-Shows von internationalen Designern mitwirkte. Der Salzburger frisierte Celebrities wie Paris Hilton, Liz Hurley oder Katy Perry und wird regelmässig für Grossevents wie den Opernball oder den Life Ball gebucht.


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