Genussmomente

Interviews mit Persönlichkeiten aus der Kampener und Lecher Gastronomie

Fischbrötchen meets Leberkässemmel – die beiden Tourismusdestinationen haben kulinarisch sowohl in punkto Streetfood als auch im gehobenen Ambiente einiges zu bieten. La Loupe hat Personen gefragt, die es wissen müssen, denn sie sind im hohen Norden und in den Alpen von der lukullischen Landkarte gar nicht mehr wegzudenken. So köstlich schmecken Lech Zürs und Kampen!

Florian Hagen

Florian Hagen ist Eigentümer der berühmten Hagen’s Dorfmetzgerei in Lech. Im Familienbetrieb findet man neben einer exquisiten Fleisch- und Wurstauswahl auch regionale und internationale Feinkost. Nur wenige Meter vom Schlosskopflift genießen Feinschmecker und Liebhaber traditioneller Hausmannkost erstklassige Stücke vom Simmentaler-Alpenrind.

L.L. / Das muss man in Lech unbedingt erlebt haben:

F.H. / Einen romantischen Spaziergang bei Schneefall!

L.L. / Und in Kampen?

F.H. / Der Sonnenuntergang am Roten Kliff.

L.L. / Lech geht nicht ohne...

F.H. / Eine Leberkäsesemmel beim Hagen.

L.L. / Kampen geht nicht ohne...

F.H. / Einen Drink im Gogärtchen. Kampen ist ein kleines Dorf mit großen Gästen!

L.L. / Was ist Ihr persönliches Highlight in Lech?

F.H. / Ein frisches Holzofenbrot vom Beck mit Butter und Lecher Honig.

L.L. / Und was macht Ihren Urlaub in Kampen unvergesslich?

F.H. / Ein Essen mit Freunden im La Grande Plage.

Florian Hagen
Florian Hagen
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Dieter Jensen

Dieter „Jensi“ Jensen betreibt mit Beate Stoltenberg und Werner Stoltenberg das Kaamp Meren in Kampen – hier treffen 35 Jahre Restaurant Dorfkrug und Jens’ns Tafelfreuden aufeinander und kreieren etwas vollkommen Neues!  Mit Liebe und Leidenschaft serviert Dieter Jensen als Küchenchef im Kaamp-Hüs bekannte friesische Klassiker, leckere Clubsandwiches und süße Versuchungen.

L.L. / Was verbindet Ihrer Meinung nach Lech Zürs und Kampen?

D.J. / Natürlich das hohe Niveau in der Gastronomie, das ich sehr spannend und inspirierend finde. Eigentlich bin ich ja noch ein Lech-Frischling – aber ich habe schon ganz tolle Menschen dort kennengelernt und es hat mir großen Spaß gemacht, bei der Resort Party mitzumachen.

Ich bin Urfriese und eigentlich kein Typ der Berge, aber Lech im Schnee ist Bilderbuch und hat mich begeistert. Ich kann nicht Skilaufen und merke, dass dort oben die Luft dünner ist.

Auf Sylt finde ich das Wolkenbild faszinierend und liebe den stürmischen Herbst am Strand. Diese Naturgewalten machen uns selbst klein und rücken das Verhältnis Mensch-Natur zurecht – so wie die imposanten Berge in Lech. Leider habe ich aber Höhenangst.

L.L. / Was würden Sie einem Lech-Gast in Kampen empfehlen?

D.J. / Hier sollte er einfach beim Spazierengehen die Natur genießen, den Strand, die Dünen. Auch die Wattseite sollte er sehen, denn der Kontrast zur Ost- und Westseite ist faszinierend. Man sollte auf jeden Fall die Gezeiten richtig erleben!

L.L. / Und umgekehrt, wo schicken Sie einen Kampener in Lech hin?

D.J. / Wenn ich ihn mag, zum Après-Ski. Wenn ich ihn nicht mag, auf den Berg. Es gibt eben anstrengende Dinge, die man in Lech erleben kann, und es gibt angenehme ...

Dieter "Jensi" Jensen
Dieter "Jensi" Jensen

L.L. / Sie kochen für das Event zur 20-jährigen Partnerschaft – was genau werden Sie kredenzen?

D.J. / Wir sind ein recht großes Team, es kommen ungefähr 15 Personen mit nach Lech. Ich mache das mit Herrn Wallner vom Hotel Rungholt zusammen und wir haben uns ein paar interessante Dinge überlegt, beispielsweise Hummerbratwurst für die Party auf der Rudalpe. Für das Jubiläumsmenü im Burg Hotel bereiten wir Sylt-typische Gerichte zu.  

L.L. / Die Österreichische Küche hat ihre Spezialitäten, die nordische Küche auch... Aber könnte man irgendein Gericht durch eine Mischung aufpeppen?

D.J. / Ich glaube, die Kombination und die Interpretation sind das Entscheidende. Ich habe zwei Jahre in Bayern gearbeitet und kombiniere jetzt manchmal die Beilagen mit Fisch, beispielsweise Fisch an Sauerkraut oder statt Blutwurstgröstl mache ich dann ein Cordon Bleu von Blutwurst und Zander. Wenn sich die Gäste da rantrauen, sind sie meistens begeistert. Man muss es einfach selbst ausprobieren, ob man das mag.

L.L. / Ihr persönliches Lieblingsgericht in Österreich, beziehungsweise in Lech?

D.J. / Das Blutwurstgröstl finde ich lecker. Schnitzel mag ich auch, aber ich probiere gerne mal was Neues aus. Aber ich esse zum Beispiel keine Austern.

L.L. / Könnten Sie sich theoretisch vorstellen eine Almhütte zu führen?

D.J. / Ich hatte mal eine Hausführung auf der Rudalpe und fand es sehr spannend, beispielsweise von der Logistik her. Wenn ich also 20 Jahre jünger wäre, fände ich es reizvoll, dort eine Saison zu arbeiten. Auch die Sister Resort Party in Lech hat mir sehr gut gefallen – im ersten Jahr wusste ich ja gar nicht, was da abgeht. Die Sushi-Station vom japanischen Partnerort hat mich damals sehr fasziniert. 

Kaamp Meren Gallerie

Sarah Regli

Sarah Regli führt das von ihrem Vater Pius übernommene Café und Restaurant Manne Pahl im Herzen Kampens. Durch den stilvollen Mix aus Alt und Neu heißt das Team im traditionsreichen Lokal viele Stammgäste willkommen. In der lässigen Atmosphäre genießen Einheimische und Gäste sorgfältig zubereitetes Fleisch, leckeren Fisch und sogar Wiener Schnitzel!

L.L. / Was bedeutet der Name „Manne Pahl“ eigentlich?

S.R. / Das war der Vorbesitzer, der das Ganze begonnen hat. Damals wurde darum gebeten, dass mein Vater nach der Übernahme den Namen beibehält und mittlerweile sind wir eine nicht mehr wegzudenkende Institution in Kampen.

L.L. / Was würden Sie einem Lech-Gast in Kampen empfehlen?

S.R. / Ich würde einmal durch das Dorf laufen, gerne auch in den Nebenstraßen, und natürlich durch die Whiskymeile spazieren, wo es interessante Läden und Autos zu sehen gibt.

Wenn man Natur mag – und das sollte man, wenn man die Insel besucht – sollte man Richtung Strand zur Uwe-Düne laufen und sie anschließend erklimmen, um den Ausblick zu genießen. Manchmal sieht man sogar bis Dänemark! Danach würde ich runter zum Wasser gehen und die Füße ins Meer tauchen.

Einzigartig an Kampen ist auch der Mix aus Menschen, die hier zusammenkommen. In den Medien wird Kampen oft als Ort der Reichen und Schönen dargestellt, aber tatsächlich treffen sich hier auch ganz normale Kleinfamilien und Hundebesitzer – jeder ist in Kampen willkommen!

L.L. / Sie waren noch nie in Lech. Könnten Sie sich trotzdem vorstellen mal eine Almhütte zu führen?

S.R. / Ja, doch! Ich mag die Weitsicht, wie wir sie hier im Norden haben. Und auch von den hohen Bergen aus kann man weit gucken. Ich denke also, dass ich mich auf einer Hütte wohlfühlen würde. 

Manne Pahl
Manne Pahl
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Nils von der Rud-Alpe

Nils ist ein Gastro-Alrounder, seine Erfahrungen sammelte der Norddeutsche in Hotels und Bars am Arlberg. Seit 12 Jahren ist die Rud-Alpe auf 1.560 Meter Seehöhe im Winter und im Sommer sein zweites Zuhause – und hier duzt man sich. 2016 absolvierte er erfolgreich seine erste Sommersaison in Kampen auf Sylt.

L.L. / Du arbeitest seit 12 Saison auf der Rud-Alpe und seit 14 Saisonen in Lech. Wie kam es dazu?

N. / Meine Wurzeln liegen in Schleswig-Holstein, ich komme aus keiner Skifahrerfamilie – aber ich wollte dann mal etwas Anderes machen und habe begonnen in Nauders am Reschenpaß in einer Hotelbar im Skigebiet zu arbeiten. Dort haben mir meine Kollegen dann empfohlen, unbedingt nach Lech Zürs zu gehen und so bin ich im Hotel Hinterwies gelandet, wo es mir von Anfang an super gefallen hat.

L.L. / Wie waren deine ersten Eindrücke von Lech?

N. / Das war für mich der zweite Winter in den Bergen und im Schnee überhaupt – also war alles noch sehr spannend und ich habe es genossen.

L.L. / Jetzt hast du die erste Saison in Kampen hinter dir – welche Eindrücke haben dich geprägt? Gibt es Unterschiede zu Lech?

N. / Ich war nicht nur 12 Winter, sondern auch 12 Sommer lang am Arlberg und empfand es als spannende Zeit, aber die Wetterkapriolen in den Bergen schienen mir auf Dauer etwas mühsam. Auf Sylt ist es zwar auch nicht immer toll, aber als gebürtiger Schleswig-Holsteiner komme ich damit besser klar und ich gehe trotzdem raus.

L.L. / Dein Tipp für einen Lech-Gast in Kampen?

N. / Unbedingt ins La Grande Plage gehen und sich den Sonnenuntergang anschauen! Das ist ein ähnlich eindrucksvolles Erlebnis wie das erste Mal einen Sonnenaufgang in den Bergen zu bestaunen.

L.L. / Umgekehrt: Ein Tipp an einen Kampen-Gast in Lech?

N. / Im Sommer würde ich ihm den Golfplatz empfehlen, der soll traumhaft schön geworden sein. Und auf die Mohnenfluh steigen! Im Winter empfehle ich natürlich das Skigebiet allgemein, Oberlech mit seinen Terrassen und mittags natürlich die Rud-Alpe!

L.L. / Hast du in deinem ersten Sommer in Kampen einige Lech-Gäste getroffen?

N. / Ja, sehr viele sogar! Es kommt vor, dass am Abend vier bis fünf Tische mit Leuten besetzt sind, die ich kenne bzw. die mich kennen – die Schnittmenge ist groß! So kommt man rasch ins Gespräch und hat viel über die zwei Destinationen und die persönliche Geschichte zu erzählen.

L.L. / Du hast quasi zwei Heimatorte mit einem großen Freundeskreis?

N. / Als Schleswig-Holsteiner war ich früher schon oft auf Sylt, der zweite Sprung kam dann durch die Partnerschaft von Lech mit Kampen. Durch die zahlreichen Austausche sind viele Freundschaften entstanden. So reifte auch in den letzten Jahren die Idee, im Sommer nach Kampen zu gehen. 

Nils von der Rud-Alpe
Nils von der Rud-Alpe

L.L. / Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Lech Zürs und Kampen?

N./ Ich glaube, dass viel über die Gästeschnittmenge passiert. Wer im Winter in Lech Zürs Skifahren geht, ist im Sommer gerne auf Sylt, speziell in Kampen. Wir haben in Lech viele Hamburger Gäste, die auch auf Sylt stark vertreten sind. Auch Nordrhein-Westfalen ist an beiden Orten sehr präsent.

L.L. / Kampen geht nicht ohne...?

N. / Strand und Sonnenuntergang! An meinen freien Tagen entspanne ich abends gerne mit einem Glas Wein und einer Zigarre am Strand.

An beiden Orten bin ich mit der Natur im Einklang, ich gehe sowohl in Lech Zürs als auch in Kampen viel Radfahren, in den Bergen war ich oft Snowboarden und gehe manchmal wandern, auf Sylt bin ich häufig auf dem Golfplatz anzutreffen.

L.L. / Lech geht nicht ohne...?

N. / Einen Besuch auf der Rud-Alpe-Terrasse! Der Blick ist Wahnsinn. Ich muss gestehen: Es gibt fast keinen Tag in der Zwischensaison beziehungsweise in der Sommersaison, an dem ich nicht die Webcam der Rud-Alpe anklicke! Ich möchte meine Zeit dort nicht missen und werde wohl die nächsten Jahre noch den Winter dort verbringen.

Lech ist wie Kampen, entweder man mag es oder man mag es nicht! Viele meiner österreichischen Kollegen kommen mit dem Wind auf Sylt nicht klar.

L.L. / Wie sieht die kulinarische Kombination beider Orte aus?

N. / Durch den Kaiserschmarrn! In Kampen bieten überraschend viele Restaurants Kaiserschmarrn an – vielleicht auch durch Mitarbeiter, die in Österreich gearbeitet haben. Auch das Wiener Kalbsschnitzel verbindet beide Orte kulinarisch.

Im ersten Moment ist den Leuten nicht bewusst, wie ähnlich sich Lech Zürs und Kampen sind. Aber je mehr man darüber spricht, desto klarer wird das! Viele Gäste sagen, dass sie sich in Lech beziehungsweise Kampen wohlfühlen, weil es sichere Plätzchen sind, an denen die Zeit stehen geblieben ist. Wenn ich nach fünf Monaten in Lech nach Hause komme, merke ich, dass man da mit anderen Problemen konfrontiert ist. Lech und Kampen sind eine kleine, schöne Welt für sich. Man ist umgeben von Leuten, denen es vermeintlich gut geht.

Wenn man mit dem Auto auf dem Hindenburgdamm fährt und links und rechts das Wasser sieht, ist das vergleichbar mit dem Erlebnis, über den Flexenpass zu kommen und zum ersten Mal die Häuser von Zürs zu erblicken.