Mitten in Kampen, direkt am Meer

Interview mit Dirk Erdmann vom Hotel Rungholt, Kampen

1362 soll eine Stadt in der Nähe des Nordstrands im Meer versunken sein. Ihr Name: Rungholt. Heute bezeichnet „Rungholt“ nicht nur das Atlantis des Nordens, sondern auch eines der exklusivsten Privathotels am Strand von Kampen. Seit über 80 Jahren fühlen sich hier Gäste wohler als Zuhause und genießen den einzigartigen Service im familiären Ambiente. Hotelchef Dirk Erdmann verrät im Interview, warum Lech und Kampen so gut zusammenpassen und erklärt La Loupe, was hinter dem Skiclub Kampen steckt. 

L.L. / Herr Erdmann, Ihr Hotel Rungholt liegt idyllisch direkt am Meer und verwöhnt die Gäste mit allen Sinnen. Bei so einem traumhaften Arbeitsplatz, zieht es Sie überhaupt noch in die Ferne? 

D.E. / Auf alle Fälle – es gibt so viele tolle, magische Plätze auf dieser Welt. Und nach einer langen Saison muss man auch Mal kurz runter von der Insel. Außerdem muss ich mindestens einmal im Jahr in mein Lech!

L.L. / Sie sind auf Sylt aufgewachsen und hier heimisch. Was macht Kampen für Sie so einzigartig?

D.E. / Dass wir ein kleines Dorf geblieben sind – man kennt sich untereinander, Kampen ist authentisch. Außerdem natürlich die einzigartige Lage mitten im Naturschutzgebiet!

L.L. / Das Hotel Rungholt ist ein ruhiges Privathotel mit viel Liebe zum Detail. Hier sucht man die Masse vergeblich. Wie wichtig ist Ihnen ein nachhaltiger Tourismus?

D.E. / Ungeheuer wichtig. Nur mit einer nachhaltigen Strategie bleiben wir auch zukünftig wettbewerbsfähig. Das gilt für unser Team, unsere Gäste, aber auch für die soziale Verantwortung auf der gesamten Insel Sylt. Zusätzlich setzen wir uns für den Erhalt der Insel und deren Natur ein.

Dirk Erdmann
Dirk Erdmann
Promotion

L.L. / Die Anfänge des Hauses gehen auf das Jahr 1933 zurück. Ihr Großonkel zeigte damals großen Unternehmergeist und errichtete neben einigen anderen Hotels auf der Insel das Hotel Rungholt I. Seitdem wuchs das Haus in kleinen und großen Schritten und wurde 1994 von Ihnen übernommen. Was erinnert noch an Ihre Vorfahren und wie haben Sie dem Haus Ihre eigene Handschrift verliehen?

D.E. / Bei uns sieht man die Jahresringe. Auch das Stammhaus aus dem Jahr 1933 gibt es noch – allerdings komplett verändert und renoviert. An die früheren Zeiten erinnert viel im Haus. Ich denke, wir haben es geschafft, uns mit Sorgfalt und Gefühl zu verändern, ohne den Charakter zu verlieren. Das ist nicht immer leicht. Auch die Reiterbar gibt es noch. Sie stand schon im Kurhaus und ist innerhalb des Hauses mehrfach umgezogen – aber immer mit dem als Hufeisen geformten Tresen.

L.L. / Im Restaurant verwöhnt das Hotel Rungholt seit Generationen die Gaumen anspruchsvoller Gäste. Welches Sylter Gericht muss man unbedingt bei Ihnen im Hotel probieren?

D.E. / Herrn Wallners Seezunge – muss sein. Himmlisch!

Reiterbar
Reiterbar

L.L. / Gegenfrage: Auf welches kulinarische Highlight freuen Sie sich, wenn es im Winter nach Lech und Zürs geht?

D.E. / Blutwurstgröstl auf der Rudalpe. Überragend!

L.L. / Obwohl Sie Insulaner sind, haben Sie eine große Leidenschaft fürs Skifahren – sogar beim Lecher Skirennen Weißer Ring gingen Sie an den Start. Für einen Inselbewohner doch ziemlich ungewöhnlich. Wie haben Sie Ihr Faible für den Wintersport entdeckt?

D.E. / Ich habe dank meiner Eltern schon im Kindesalter angefangen, Ski zu fahren. Ich liebe es! Seit 1988 bin ich jedes Jahr mindestens einmal in Lech, nachdem meine skifahrerischen Anfänge erst einmal in Arosa in der Schweiz begannen. Auf der Uwe-Düne habe ich als Kind eine Sprungschanze gebaut. Als sie fertig war, wurde es warm. Heute wäre das aus Naturschutzgründen undenkbar.

La Loupe Rungholt Kampen 7

L.L. / Jedes Jahr im Winter zieht es Sie nach Lech und Zürs zum Skifahren. Was reizt Sie am Arlberg-Ort?

D.E. / Touren gehen am Arlberg ist einfach traumhaft und für mich gleichermaßen Erholung und Fitnesstraining. Es ist großartig, in einer kleinen Gruppe irgendwo allein im Gelände zu sein und die Bergwelt zu genießen. Dazu kommt die einmalige Atmosphäre am Arlberg – mit der legendären Gastfreundschaft.

L.L. / Ihre Liebe zu Lech und Zürs ging so weit, dass Sie vor 20 Jahren die Partnerschaft der beiden Orte begründeten. Warum passen die Orte Ihrer Meinung nach so gut zusammen?

D.E. / Beide sind kleine Dörfer mit ähnlichen Gästestrukturen, einer gleichlautenden Einstellung zum Einklang von Tourismus und Ökologie und einem klaren Bekenntnis zum Qualitätstourismus! Aber vor allem verstehen sich die Bewohner der Orte – durch die Partnerschaft sind unglaublich viele Verbindungen und Freundschaften entstanden. Und das auf allen Ebenen: bei den Konfirmanden, der Feuerwehr, den Tourismusbetrieben und der Politik. Die Partnerschaft lebt!

L.L. / Sie sind nicht nur erfolgreicher Hotelier, sondern auch 1. Stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Finanz- und Tourismusausschusses. Welche Ziele möchten Sie in den nächsten Jahren mit der Partnerschaft von Lech und Zürs und Kampen verfolgen?

D.E. / Unsere Partnerschaft weiter positiv und intensiv gestalten. Es steckt inzwischen so viel Liebe in dieser Beziehung, dass ich daran keine Zweifel habe. Im Jahr 2017 sind wir schon 20 Jahre „zusammen“ – das ist ein toller Erfolg und wird entsprechend gefeiert.

L.L. / Sie sind Mitglied vom Skiclub Kampen. Ein Skiclub auf Sylt? Was steckt dahinter?

D.E. / Den Skiclub gibt es schon seit den 1980erJahren. Inzwischen haben wir 17 – in Worten: siebzehn – Mitglieder. Dazu ist ein Lifestylelabel entstanden. Wir produzieren vor allem leckere Getränke, wie Gin, Wodka, Eierlikör – neuerdings aber auch alkoholfreie Getränke wie NORTH SEA PURE MINT mit Guarana in einer coolen Dose. Bald kommen wir noch mit einem Tonic auf den Markt. Macht total Spaß und ist spannend! Dazu produzieren wir noch Polos, Pullover, Schals – also alles Dinge, die jeder schon hat, nur nicht vom Skiclub Kampen!

La Loupe Rungholt Kampen 3
Promotion

L.L. / Mit den Produkten vom Skiclub Kampen erobern Sie gerade die Herzen qualitätsbewusster Trendsetter. Was macht die Auswahl so besonders?

D.E. / Qualität und ein besonderes Design.

L.L. / Skier und Wintersportausrüstung made in Kampen. Ist das in Zukunft eine Option für den Skiclub Kampen?

D.E. / Schuster bleib bei deinen Leisten. Das können wir nicht. Aber wer weiß?

Wordrap

Ein Skilift auf der Uwe-Düne in Kampen ... die paar Stufen schaffen wir auch so!

Unberührter Tiefschnee oder kilometerlange Piste? Tiefschnee.

Typisch österreichisch ist an Kampen: Die Gastfreundschaft.

Typisch norddeutsch ist an Lech und Zürs: Manchmal ist es dort auch „friesisch-herb“.

An Lecher Hotels gefällt mir ... die Gemütlichkeit und der außerordentlich hohe Standard.

So entspanne ich am liebsten in Kampen ... an der Buhne 16 mit einer frisch geangelten Makrele.

Dirk Erdmann

Seit 1994 führen Dirk und Sabine Erdmann das Hotel Rungholt in dritter Generation. Das Hotel, das der Großonkel des Hotelchefs 1933 erbauen ließ, wurde stetig erweitert und umfasst heute neben charmanten Zimmern und exklusiven Suiten einen großen Beauty- und Wellnessbereich. Mit Blick auf die offene See servieren Restaurant und Reiterbar einzigartige Spezialitäten für anspruchsvolle Gäste. 

Hotel Rungholt Galerie