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Reisen mit Freunden

Lech & Zürs

Reisen mit Freunden

Ein faszinierendes Gefährt, eine traumhafte Route, ein genussvolles Ziel

Mit der Gründung seiner Agentur Weitkamp Classics hat Christoph Weitkamp seine Liebe zu Oldtimern und seine Leidenschaft für das Reisen zum Beruf gemacht. Gleich dem Motto „Reisen mit Freunden“ liegt der Fokus seiner selbst geplanten Oldtimertouren darauf, mit Gleichgesinnten das gemeinsame Hobby zu genießen und reizvolle Regionen kennenzulernen. Die erkundet er bereits vorher mit der Straßenkarte auf dem Schoß und dem Diktiergerät in der Hand, hält Eindrücke fest, um dann alle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die man sich nur wünschen kann: Roadbooks, Tipps für unterwegs, kulinarische Empfehlungen und eine Fülle handverlesener Partnerhotels – allesamt Familienbetriebe –, die einen zusammen mit dem automobilen Schätzchen mit Freude empfangen und behüten. Die angebotenen Routen reichen dabei von norddeutschen Landschaften und Bauerndörfern im Süden Deutschlands über die Alpenpässe Österreichs bis hinunter nach Italien oder hinauf in die Niederlande und ab 2023 auch nach Skandinavien. Anfang Oktober hat er etwa seinen Teilnehmern den Schwarzwald gezeigt. Die Termine für 2022 stehen auch schon fest: Im nächsten Jahr werden die Weitkamp Classics in der Südsteiermark, in den Alpen, in den Niederlanden und in der norditalienischen Region Piemont stattfinden.

L.L. / Mit dem Oldtimer Land und Leute kennenlernen, ist bestimmt ein Traum. Wie kam es denn zur Gründung der Agentur?

C.W. / Ich bin durch meine Eltern mit der Liebe zu Oldtimern großgeworden. Eine Leidenschaft, die mir praktisch in die Wiege gelegt wurde. Tja, und eines Tages, ich war immer Arbeitnehmer, wollte ich einfach mehr. Ich wollte die Dinge so handhaben, wie ich es für richtig empfand. Also bin ich eines Nachts aufgestanden, habe mein Konzept geschrieben und am nächsten Tag meinen Job im Einzelhandel gekündigt. Alles, ohne dass Familie und Freunde davon wussten. Mit gutem Gefühl bin ich dann in den nächsten Laden, habe mir dort Straßenkarten und ein Diktiergerät gekauft und damit war der Grundstein meiner Agentur gelegt. Das war im Jahr 2015/2016. Und dann ging es los. Die ersten Veranstaltungen waren für Bekannte und Freunde ganz nach dem Motto „Mal schauen, wie er das so hinbekommt“. Aber jetzt läuft es. Es gibt zwei größere Agenturen, die ebenfalls Touren anbieten, aber in größeren Gruppen. Ich hab mich bewusst für kleinere Gruppen von höchstens zwölf bis maximal 15 Autos entschieden, sodass „Schmankerl“ im Rahmenprogramm wie zum Beispiel Restaurantaufenthalte oder Besuche von Sehenswürdigkeiten genossen werden können. Man kann sich in kleineren Gruppen einfach besser kennenlernen.

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Eine Leidenschaft, die mir praktisch in die Wiege gelegt wurde.
Es war schon immer ein Wunsch von mir, die Arlberg Classic zu fahren.

L.L. / „Reisen mit Freunden“ ist dabei nicht nur ein Spruch, sondern quasi der Leitgedanke der Touren, oder?

C.W. / Genau. Der Ausspruch „Reisen mit Freunden“ basiert auf einer lustigen Geschichte. Auf einer Tour in Leogang kam ein Kunde spontan auf die Idee, um 21.30 Uhr noch eine Weinverkostung zu machen. Eigentlich war das nicht der Plan, da es am nächsten Tag morgens ja weitergehen sollte. Doch alle Teilnehmer waren begeistert, somit wurde nicht lange überlegt und schon ging es zum Weintrinken. Der Sommelier hatte den Weinkeller bestens vorbereitet mit Kerzen, Käse und natürlich ausreichend Wein, sodass wir schlussendlich erst um 3 Uhr nachts im Bett waren. Am nächsten Tag kam genau der Kunde auf mich zu und meinte, das war wie ein Abend mit Freunden. Daraus entstand dann „Reisen mit Freunden“.

L.L. / Welche Route war Ihr persönliches Highlight?

C.W. / Es war schon immer ein Wunsch von mir, die Arlberg Classic zu fahren, da es eine wirklich persönliche Veranstaltung ist. Und da ich den Bergen sehr verbunden bin, haben wir uns entschieden, eine atemberaubende Reise in den Dolomiten anzubieten

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Natürlich ist die Rückkehr nach Lech auch traumhaft. Schließlich habe ich hier viel Zeit als Kind verbracht.
Es gibt dir schon ein anderes Gefühl, einen Klassiker zu fahren als einen Neuwagen.

L.L. / Die Arlberg Classic, am Steuer eines tollen Oldtimers, zurück in Lech. Was ist das Schönste dabei?

C.W. / Die Abwechslung der Strecken. Man hat das Hochalpine mit Arlberg- und Flexenstraße, aber auch das Liebliche mit Bregenzerwald und den Holzhäuschen. Natürlich ist die Rückkehr nach Lech auch traumhaft. Schließlich habe ich hier viel Zeit als Kind verbracht. Jedes Jahr kamen meine Eltern und ich nach Lech, um ein paar schöne Tage zu verbringen. Mit dem Ort verbinde ich wirklich viele Kindheitserinnerungen. Und auch im Sommer, der ganze Ort ist voller Oldtimer und niemand stört sich daran. Mehr noch, die Leute freuen sich darüber. Einfach toll!

L.L. / In welcher Häufigkeit finden Ihre Reisen statt?

C.W. / Das ist ganz unterschiedlich. Wir fangen immer Anfang Mai an und lassen die Hauptferienzeit aus. Erstens, weil viele da nicht können und zweitens, weil die Landstraßen voll sind. Dann geht es von August bis in den Oktober hinein weiter.

L.L. / Sind es immer die gleichen Teilnehmer oder bestehen die Gruppen aus jedes Mal anderen Fahrern?

C.W. / Es gibt wahnsinnig viele, die immer wieder kommen, weil sie das persönliche Flair und das Abenteuer in neuen Regionen schätzen. Diese bringen dann immer wieder neue Teilnehmer aus dem Freundes- und Bekanntenkreis mit. Bis jetzt gab es noch niemanden, der nach der Tour enttäuscht heimgefahren ist.

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Die Planung der Routen hat weniger mit den Orten zu tun als mit den Hotels.
Besonders spannend finde ich Modelle aus der Vorkriegszeit.

L.L. / Welches Publikum ziehen Sie mit Ihren Reisen an?

C.W. / Langsam wird es jünger. Viele Mittvierziger, die das Ganze erleben wollen, aber beispielsweise habe ich hier in Lech einen 23-Jährigen kennengelernt, der hat sich als Teenager einen TR6 vom Schrottplatz geholt und in fünf Jahren restauriert und selbst aufgebaut. Der hat Lust auf Rallyes und liebt es, mit seinem Auto mitzufahren.

L.L. / Was macht die Faszination der Oldtimer aus?

C.W. / Für mich liegt die Faszination im Fahren. Es gibt dir schon ein anderes Gefühl, einen Klassiker zu fahren als einen Neuwagen. Man muss halt noch alles selber machen – Schalten, Kupplung drücken, kein ABS, manchmal fällt die Bremse aus, wenn es ganz schlecht kommt. Aber all dies ist der Spaß am Fahren. Egal, ob man an einer Rallye teilnimmt oder mit uns auf Reisen geht. Zudem ist jeder hier gleich. Es gibt den Bentleyfahrer, der den Bentley Blower hat, und dann gibt es den Käferfahrer, der jedes Teil an seinem Auto selbst verbaut hat. Egal, wo man herkommt oder welches Auto man fährt, hier teilen alle die gleiche Leidenschaft und verstehen sich wohl gerade deswegen untereinander. Man tritt hier anders als beim Golfen beispielsweise nicht in einen Wettkampf gegeneinander, sondern hilft sich selbstverständlich gegenseitig. Ist zum Beispiel ein Auto kaputt, fährt der Nächste rechts ran und hält schon das Werkzeug bereit.

L.L. / Gibt es irgendwelche Kriterien, die für eine Tour mit Ihnen erfüllt sein müssen, sprich Autotyp, Dresscode etc.?

C.W. / Einziges Kriterium bei mir ist, dass das Auto mindestens 40 Jahre alt sein muss. Einfach aus dem Grund, weil jetzt die ganzen 80er-/90er-Autos kommen und das gibt dann ein gespaltenes Feld. Umso jünger man anfängt, desto mehr hat man die Porsche-911-Fahrer. Meistens sind bei meinen Touren Autos aus den 50er-/60er-Jahren dabei. Manchmal auch aus den 40ern. Besonders spannend finde ich Modelle aus der Vorkriegszeit. Leider hatte ich noch nicht das Glück, einen auf meinen Touren zu begrüßen. Aber auf der Arlberg Classic. Hier waren die ersten 25 Autos aus der Vorkriegszeit mit riesigen Lenkrädern und ohne Dach. Echt faszinierend. Bei meinen Veranstaltungen geht es aber weniger um die Autos als um die Menschen, mit denen man Zeit verbringt und die man näher kennenlernt.

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Es sollten unbedingt kleine, familiengeführte Häuser sein, in einer tollen Lage.
Ich bin italienisch angehaucht. Ich besitze eine Alfa Giulia, eine Alfa Giulietta von 62 und ein Fiat 124 Sport Coupé.

L.L. / Und bei der Auswahl der Orte: Welche Kriterien müssen diese erfüllen?

C.W. / Die Planung der Routen hat weniger mit den Orten zu tun als mit den Hotels. Die müssen einfach passen. Es sollten unbedingt kleine, familiengeführte Häuser sein, in einer tollen Lage. Ich lege jetzt nicht wirklich Wert auf eine Garage. Wenn eine da ist, freue ich mich. Andernfalls, wenn keine zur Verfügung steht, ist das auch nicht weiter schlimm. Der Oldtimerfahrer braucht das eigentlich nicht. Auch die Strecke sollte selbstverständlich passen. Denn hat man zwar einen hübschen Familienbetrieb gefunden, der aber in einem Gewerbegebiet liegt, ist das ja auch irgendwie unpassend.

L.L. / Kann man sich Oldtimer für die Touren auch ausleihen?

C.W. / Oldtimervermietungen gibt es, aber unsere Kunden haben alle eigene Autos. Denn da würden einfach zwei Welten aufeinanderprallen. Der eine, der sich den Oldtimer nur für ein Wochenende holt und ihn vielleicht nicht mal gut behandelt und der andere, der für den Oldtimer lebt. Da gibt es wenig Berührungspunkte und noch weniger Gesprächsstoff. Deswegen haben wir gesagt, immer mit eigenem Auto.

L.L. / Was sind die drei wichtigsten Utensilien, die man während der Rallye im Auto haben sollte?

C.W. / Einen Kugelschreiber, eine Stoppuhr und einen perfekten Beifahrer. Den Kugelschreiber, um im Roadbook abzuhaken wo man vorbeigefahren ist. Die Stoppuhr, um die Zeit in die Wertungsprüfungen zu nehmen und ein perfekter Beifahrer, um die Zeit so angenehm und lustig wie möglich zu verbringen. Was natürlich auch im Auto wichtig ist, ist die Flasche Wasser. Zum einen für einen selbst zum Trinken und zum anderen, um bei Bedarf Kühlwasser nachzukippen. Man braucht wirklich nicht viel. Anders als beim Vorkriegswagen. Der braucht selbstverständlich mehr. Da sollte man schon einen Werkzeugkasten mitführen. Und Klebeband, um eventuell abgebrochene Spiegel wieder anzubringen.

L.L. / Welche Autos gehören zu Ihren all-time favorites?

C.W. / Ich bin italienisch angehaucht. Ich besitze eine Alfa Giulia, eine Alfa Giulietta von 62 und ein Fiat 124 Sport Coupé.

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Dann schalte ich ab, komm runter vom Tag und baue Stress ab.

L.L. / Wie viel Zeit investieren Sie in Ihre Leidenschaft?

C.W. / Das kommt drauf an. Wenn ich nach all meinen Pflichten – ob der Familie gegenüber oder der Agentur – noch Zeit habe, setze ich mich in mein Auto und fahre durch Hamburg. Dann schalte ich ab, komm runter vom Tag und baue Stress ab. Ganz ohne Musik, nur mit dem Motorengeräusch im Ohr ...

L.L. / Wie findet man seinen Oldtimer und wie sind Sie zu Ihren Oldtimern gekommen?

C.W. / Das ist eine sehr gute Frage. Meinen ersten Oldtimer, den Fiat, habe ich gesehen und vom Fleck, ohne ihn vorher getestet zu haben, gekauft. Würde ich heute nicht mehr so machen, auch wenn es gut gegangen ist. Halt, ich habe es doch wieder gemacht, als ich meinen Alfa Giulia im Internet gekauft habe. Ich wollte schon seit ich ein Kind war, diesen Wagen besitzen. Ich habe ihn wirklich günstig gekauft, um ihn so zu verändern, wie ich es wollte – Sportsitze, Sportauspuff und Sporträder angebracht und die Stoßstange abgebaut. Und meine Giulietta habe ich letztes Jahr über mobile gekauft. Aber da muss man wirklich aufpassen. Wie findet man nun seinen Oldtimer? Das ist ganz unterschiedlich. Manch einer kauft sich ein möglichst auffälliges Auto, um bei jeder Rallye an den Start zu gehen und manch einer verdient gut und möchte neben seinem Luxusschlitten auch noch ein bodenständiges Juwel wissen. Meistens sind es aber Autos aus der Jugend, die man sich irgendwann mal anschaffen möchte.

L.L. / Kann man vom Auto auf den Menschen schließen und andersrum?

C.W. / Das ist ähnlich wie bei Hunden – das Frauchen/Herrchen hat die Frisur des Hundes. Aus meiner Erfahrung kann man den Menschen schon ansehen, welches Auto er/sie fährt. Man erkennt, ob derjenige/diejenige einen Porsche 911 fährt oder einen Jaguar aus den 50ern. Vor allem am Outfit kann man das besonders gut ausmachen.

Der Lech Zürs Wordrap:

In Lech Zürs urlaube ich ...

C.W. / aus Überzeugung.

Ich fahre Ski …

C.W. / am Liebsten frühmorgens bis 13 Uhr und dann nicht mehr.

Den Einkehrschwung mache ich …

C.W. / auf der Kriegeralpe.

Lech Zürs nie ohne ...

C.W. / Leidenschaft.

Ein Selfie aus Lech Zürs schicke ich an …

C.W./ diejenigen, denen ich diese Leidenschaft vermitteln möchte.

Infobox:

Mit Benzin im Blut und seiner spürbaren Leidenschaft für die Schmuckstücke aus längst vergangenen Zeiten sorgt Christoph Weitkamp für eine unvergessliche Rallye mit dem Oldtimer. Gleich einer „Reise mit Freunden“ überzeugt das Konzept seiner angebotenen Reisen im kleinen Rahmen und mit Zwischenstopps in familiengeführten Sterne-Herbergen. Im Vordergrund steht natürlich das Lebensgefühl „Oldtimer fahren“ sowie der Austausch unter Gleichgesinnten. Jeder fährt nach dem von Weitkamps Team liebevoll ausgearbeiteten Roadbook und genießt die landschaftlichen, kulturellen und gastronomischen Highlights der Region, durch welche die Route führt. Auftakt zur diesjährigen Saison ist ein Klassiker: der Schwarzwald!


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