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Von der Halfpipe auf den Bergpass

St. Anton am Arlberg

Von der Halfpipe auf den Bergpass

Interview mit dem St. Antoner Freeskier Andy Gohl

Vier Sprünge, dicht nacheinander, jeder einzelne davon 12 Meter weit. Der 24-jährige St. Antoner Freeskier Andreas Gohl hat sich nicht nur mit dem achten Platz bei den Olympischen Spielen 2018 einen Namen gemacht, sondern sorgte mit einem außergewöhnlichen Stunt zwischen St. Christoph und Stuben für große Augen und zittrige Knie. Im Interview mit La Loupe spricht er von seinen Erfahrungen in Pyeongchang, der Suche nach neuen Herausforderungen und seinem Vorbild Hannes Schneider.

"I always look forward to trips to different regions but in the end the joy of coming home is always greater."
„Ich freue mich immer sehr auf die Reisen in andere Regionen, die Freude danach wieder nachhause zu kommen, ist jedoch immer größer.“

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L.L. / Sie belegten den achten Platz bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang und waren damit der erfolgreichste europäische Freeskier in der Halfpipe. Hand aufs Herz: Hätten Sie je gedacht, dass Sie so weit kommen? Was war das für ein Gefühl?

A.G. / Es war mein Ziel im Finale mit dabei zu sein, ich wusste aber, dass dies nicht sehr einfach sein wird. Als Zwölfter hatte ich den Finaleinzug gerade noch so geschafft. Im Finale habe ich dann nochmal alles gegeben und am Ende reichte es für den achten Platz. Dass ich so gut abschneide und damit bester Europäer wurde, konnte ich mir zuvor aber ehrlich gesagt nicht vorstellen.

I think I look at my surroundings a bit differently than a “normal” skier would. Everything I do is well thought out and works out in my head. As a freeskier I am always looking for new challenges, of course.

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„Ich denke, ich betrachte die Umgebung etwas anders als ‚normale’ Skifahrer.“ „Alles, was ich mache, ist immer gut durchdacht und funktioniert in meinen Gedanken.“ „Vor dem ersten Sprung war ich mir nicht zu 100 Prozent sicher, ob es funktionieren würde.“

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L.L. / Sie sprangen im Frühjahr 2018 quer über die in Serpentinen verlaufende Passstraße hinunter nach Stuben. Für viele mag das lebensmüde erscheinen. Sind Sie als Freeskier immer auf der Suche nach dem Kick?

A.G. / Ich denke, ich betrachte die Umgebung etwas anders als „normale“ Skifahrer. Ich beziehe fast alles, was ich sehe, aufs Skifahren. Inspirationsquellen sind auch immer andere Sportler, die in der Vergangenheit schon Ähnliches gemacht haben: Bereits vor ungefähr 100 Jahren sprangen die ersten Skifahrer über Straßen. Ich bin nicht auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Ich bin auch nicht lebensmüde. Alles, was ich mache, ist immer gut durchdacht und funktioniert in meinen Gedanken. Die Realität sieht jedoch meist etwas anders aus und es gehört auch dazu, auf etwas zu verzichten.

Als Freeskier bin ich aber natürlich immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Es benötigt sehr viel Arbeit und Training, Neues zu verwirklichen. Ist es aber erst einmal geschafft, gibt mir das große Motivation und viel Energie für die nächste Challenge.

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L.L. / Vier Sprünge, hinweg über zwölf Meter breite Straßen. Was machte Sie so sicher, dass es klappen würde?

A.G. / Ich habe mir das ganze mehrmals angesehen und gut durchdacht. Vor dem ersten Sprung war ich mir aber nicht zu 100 Prozent sicher, ob es funktionieren würde. Der Anlauf war sehr kurz und es war zudem schwierig, die Geschwindigkeit im Anlauf zu testen. Als ich mich entschloss zu springen und ich mich im Anlauf befand, sagte mir aber mein Gefühl, dass es funktionieren würde und so war es dann auch. Als der erste Sprung erst einmal geschafft war, wusste ich, dass auch die anderen funktionieren werden. Jahrelanges Training und die gesammelte Erfahrung haben mir geholfen dieses Gefühl zu entwickeln, das mir heute bei vielen Entscheidungen hilft.

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L.L. / Der Stunt wurde auf dem Film „On Tracks of the Legend“ festgehalten. Darin wandeln Sie auch auf den Spuren Ihres Vorbilds Hannes Schneider. Warum ist er für Sie so ein großes Idol? Was verbindet Sie beide?

A.G. / Hannes Schneider war ein begeisterter, innovativer Skifahrer und hat seine Leidenschaft an unzählige Wintersportler weitergegeben. Wie Hannes Schneider versuche auch ich, mein Wissen und meine Begeisterung an andere zu vermitteln.

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L.L. / Sowohl Sie, als auch Hannes Schneider sind Mitglieder des Ski-Club Arlberg. Inwiefern hat dieser Verein auch Ihre Karriere beeinflusst?

A.G. / Der Ski-Club Arlberg ist der Grundstein für meine Karriere, hier habe ich richtig Skifahren gelernt und fokussierte mich zunächst auf den Alpinen Rennlauf. Mit zwölf Jahren war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Genau zu dieser Zeit hat der Ski-Club Arlberg als erster Ski-Club in Österreich ein Ski-Freestyle- Team gegründet, seit der ersten Stunde war ich dort im Training. Auch auf meinem weiteren Weg bis zum heutigen Tag hat mich der Ski-Club Arlberg stets unterstützt und für alle Anliegen ein offenes Ohr.

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Wordrap mit Andy Ghol

Mit ...12 ... Jahren sprang ich mit Skiern zum ersten Mal über ein Hindernis.

Gegen Nervosität helfen ...einfache Übungen zur Ablenkung.

Skifahren habe ich in...St. Anton am Arlberg ... gelernt.

Boxen oder Rails? Beides, die Abwechslung ist das Interessante.

Mein Lieblingsplatz im Winter: Auf den Skiern in meinem Heimatort.

Und im Sommer? In der Luft beim Paragliding.

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