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„Das Recht auf Gemeinheit“
© Portrait Katia und Gerold Schneider (c) Christina Holmes

Lech & Zürs

„Das Recht auf Gemeinheit“

Allmeinde commongrounds und Kunstraum Zug

Mit der zunehmenden Bedrohung geteilter natürlicher Ressourcen hat der Begriff der commons in den letzten Jahren im öffentlichen Diskurs wieder stark an Bedeutung gewonnen. In den Alpen ist der Begriff der Allme(i)nde bekannt als seit Jahrhunderten gelebte Praxis einer genossenschaftlichen Aneignung beschränkter natürlicher Ressourcen wie Wasser, Weiden und Wald durch eine definierte, sich selbst Regeln gebende und diese Regeln auch selbst überwachende Gruppe. Die commons werden heute wieder als durchaus zeitgemäßes Modell einer „Politik jenseits von Markt und Staat“ gesehen (Silke Helfrich).

Sehr früh, nämlich schon im Jahr 2000, haben Gerold und Katia Schneider in Lech eine kleine Kulturinitiative gleichen Namens gegründet, die sich selbst als transdisziplinäre Denkwerkstatt und Diskursforum sieht.

Kunstraum Zug (c)KunstraumZug

La Loupe hat Katia und Gerold Schneider gebeten, von Motivation, Geschichte und Zukunft ihrer Initiative zu erzählen:

Die Idee zur allmeinde commongrounds als Kulturinitiative ist deutlich älter als ihr Name. Sie begleitet mich spätestens seit meinen frühen Studientagen, in denen es alles andere als klar war, dass ich den Almhof als elterlichen Betrieb übernehmen würde.

Die Idee ist einem frühen Bedürfnis nach Orientierung und nach dialogischer Reflexion geschuldet, nicht zuletzt aber auch der Utopie gemeinsamer Gestaltung des eigenen Lebensraumes, in dem ich mich tief verwurzelt fühle.

Nachzudenken über den eigenen Lebensraum, in Gemeinschaft anderer, erschien mir eine durchaus plausible Aufgabe für mein Leben zu sein.

Gemeinsam mit Katia ist im Rahmen ihrer Diplomarbeit 1994 in Paris dann daraus zuerst das Projekt „Ein Haus für die Alpen“ entstanden. Die Überlegungen, die wir im Rahmen dieser Arbeit entwickelt haben, enthalten im Kern eigentlich schon fast alles, was uns heute noch bewegt.

Die Änderung des Namens zu allmeinde (und dem englischen Pendant commongrounds) verdanken wir einem Freund: Er hat uns auf Ivan Illichs Arbeit: „Das Recht auf Gemeinheit“ hingewiesen.

Mit der unerwarteten Rückkehr in mein Elternhaus haben sich die Schwerpunkte unserer Arbeit dann sehr stark in Richtung Hotel und Architektur verschoben.

„Dialog braucht einen (physischen) Raum“, dachten wir immer. So entstand 2000 die erste Ausbauphase der allmeinde im Heustock eines „nicht mehr gebrauchten Stalles“. Die Erweiterung und Fertigstellung erfolgten dann 2005/6.

Seitdem sind unterschiedliche Projekte entstanden, mit einem starken Fokus anfangs auf Musik, vor allem aber auf bildender Kunst.

In der ursprünglichen Idee der allmeinde ist Kunst aber nur als ein Teil verankert.

Um dieser Idee besser gerecht zu werden und die Ausstellungstätigkeit „auszulagern“, haben wir nun den KUNSTRAUM ZUG geschaffen, der ab heuer seinen Betrieb aufnehmen wird. Daher wird es erstmals gleich zwei Ausstellungen parallel geben, bevor sich die allmeinde wieder mehr auf ihre Wurzeln besinnen wird. Es kann daher sein, dass dies vorläufig die letzte Ausstellung hier sein wird.

In Zug hingegen, von wo die mütterliche Seite meines Vaters stammt, wollen wir uns in den nächsten Jahren verstärkt künstlerischen und kunsthandwerklichen Themen widmen.

Allmeinde Walter Niedermayr c Walter Niedermayr 4

©Walter Niedermayr

Allmeinde Walter Niedermayr c Walter Niedermayr

©Walter Niedermayr

Allmeinde Walter Niedermayr c Walter Niedermayr

©Walter Niedermayr

Ausstellung Kunstraum Zug

Bruno Gironcoli (1936 – 2010) bekleidet eine der einflussreichsten Positionen der österreichischen Gegenwartskunst. Sein Werk beschreibt einen höchst persönlichen Kosmos, der eine Sonderstellung innerhalb des zeitgenössischen Kunstschaffens einnimmt. Alltagsgegenstände mutieren zu künstlerischen Versatzstücken, die Geburt, Elternschaft, Eros, Gewalt und Sexualität thematisieren und in Form einer privaten Mythologie zu Metaphern menschlicher Existenz werden lassen.

Ausstellung in der allmeinde commongrounds


Für die Ausstellung haben die beiden Vorarlberger Künstler Christoph und Markus Getzner eine neue Werkgruppe konzipiert: „Die Reichweite menschlichen Handelns und die längerfristigen Folgen des heutigen Tuns für Mensch, Tier und Natur gilt es zu reflektieren und davon ausgehend im Sinne einer generationsübergreifenden Verantwortung zu handeln.“

ALLMEINDE COMMONGROUNDS

Tannberg 394, 6764 Lech am Arlberg

+43 664 / 5167 870

info@allmeinde.org

www.allmeinde.org

Öffnungszeiten:

Allmeinde Commongrounds
Do – So 15 – 18 Uhr

KUNSTRAUM ZUG

Zug 388, 6764 Lech am Arlberg

+43 664 / 5167 870

info@allmeinde.org

www.allmeinde.org

Öffnungszeiten:

Kunstraum Zug

Nach telefonischer Terminvereinbarung


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