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Ein Hotel für Kinder ab 21 Jahren

Salzburg

Ein Hotel für Kinder ab 21 Jahren

Interview mit Josef Schwaiger

Beim Interview treffen sich Josef Schwaiger vom Boutiquehotel SEPP und Benjamin Skardarasy nicht nur als ehemalige Studienkollegen, sondern als zwei, die sich berufen fühlen, Gewohnheiten auf den Kopf zu stellen. Der silberne Wohnwagen auf dem Dach fällt zuerst ins Auge. Dann die Schaukeln auf den Balkonen, die Schaufenster zum Gang an den Gästezimmern und der Baum im Atrium. Spätestens jetzt ist klar: Das Boutiquehotel SEPP in Maria Alm ist außergewöhnlich. Exceptional. Oder, noch besser: exSEPPtional. Architekt und Namensgeber Josef „Sepp“ Schwaiger hat sich hier kreativ ausgetobt und einen besonderen Ort für besondere Begegnungen geschaffen. Vor Kurzem feierte das Hotel mit einer rauschenden Party seinen ersten Geburtstag – natürlich auf dem ausgebauten Dachboden mit Lodge-Charakter, dem Herz des Hauses. Hier fand auch das La Loupe-Interview mit dem Hotelier statt.

„Unser Konzept war, dass wir gar kein Konzept hatten.“

L.L./ Konzepthotels liegen im Trend. Wie haben Sie Ihr Konzept gefunden?

J.S./ Unser Konzept war, dass wir gar kein Konzept hatten. Ursprünglich wollten wir ein Mitarbeiterhaus bauen, das gleichzeitig ein Budgethotel sein sollte. Wir haben aber schnell gemerkt, wir dürfen Gäste und Mitarbeiter nicht vermischen. So wurde also ein reines Hotel daraus, das in der Konzeption ganz andere Formen angenommen hat. Maßgeblich war dabei unsere Liebe zu guten Materialien – echtes Holz, echter Stein, schöne Böden, viel Glas. Es ist ein Boutiquehotel für Erwachsene ab 21 Jahren. Damit grenzen wir uns klar ab von unserem anderen Haus, dem Hotel Eder am Dorfplatz, das ein Lifestyle-Familienhotel ist. Der Grund, weshalb es so außergewöhnlich und kreativ geworden ist, ist also, dass ursprünglich etwas ganz anderes geplant war.

„Der Grund, weshalb es so außergewöhnlich kreativ geworden ist, ist, dass ursprünglich etwas ganz anderes geplant war.“

Laloupe hotel sepp 2

Laloupe hotel sepp cover

L.L./ Auch das Außergewöhnliche verlangt Können. In welchen Bereichen ist das SEPP besonders gut?

J.S./ Unser Trumpf ist das üppige Frühstück. Mit tollen Produkten, super Kaffee, super Service – und das viel länger als irgendwo anders, nämlich Brunch bis 13 Uhr. Gäste haben viel Stress im Alltag und werden getrieben von der Zeit. Bei uns können sie entspannen, ausschlafen und dann ganz in Ruhe frühstücken. Manche Gäste arbeiten vormittags ein bisschen. Andere waren in der Früh schon am Berg und kommen mittags zurück, um dann gemütlich zu frühstücken und die Sonnenterrasse, den Pool oder die Sauna zu genießen.

„Wir schrecken vor nichts zurück.“

L.L./ Lobby und Restaurant sind auf dem Dach untergebracht. Auch das ist ungewöhnlich …

J.S./ Wir wollten den Dachboden nicht zu einer Suite für nur zwei Personen ausbauen, sondern ihn als Rooftop allen zugänglich machen. Es ist ein Ort für Gäste und Mitarbeiter, hier ist man mittendrin, hier ist man angekommen und hat zudem einen tollen Ausblick aufs Dorf und das Steinerne Meer. Und es ist noch ein Insidertipp.

„Unser Haus soll kein starres Objekt sein, sondern ein lebendiger Ort, an dem ständig Neues passiert.“

L.L./ Welche Häuser außer dem SEPP gehören zur Eder Collection und wie erreicht man sie?

J.S./ Das Hotel Eder am Dorfplatz ist fußläufig fünf Minuten vom SEPP entfernt. Dahinter ist die Gondelbahn, mit ihr kann man hinauffahren zur Tom Almhütte an der Bergstation in 1.200 Metern Höhe, deren Chef mein Bruder ist. Zu Fuß dauert der Aufstieg 45 bis 50 Minuten. Von hier oben hat man einen wunderbaren Weitblick bis zum Kitzbüheler Horn. Die Hütte ist südlich ausgerichtet und architektonisch ebenfalls außergewöhnlich. „Hütte“ ist eigentlich untertrieben, es ist eher ein Lifestyle-Bergrestaurant für bis zu 300 Personen.

„Wir haben Gäste, die in unserem ersten Jahr gleich sechs Mal da waren. Eine Dame verbrachte vier Wochen am Stück bei uns.“

Laloupe hotel sepp 3

L.L./ Von der Oldtimertour SEPP Classics bis hin zum Teambuildingevent: Im SEPP gibt es viele Veranstaltungen. Wie kommen Sie auf diese Ideen?

J.S./ Wir schrecken vor nichts zurück. Unser Haus soll kein starres Objekt sein, sondern ein lebendiger Ort, an dem ständig Neues passiert. Mit unseren Micro-Events wollen wir auch Gäste ansprechen, die nicht Ski fahren. Etwa mit einer Vernissage, einer Fotoausstellung oder einem Kochkurs. Dazu holen wir Namen wie den Weinproduzenten Leo Hillinger oder NENI-Köchin Haya Molcho ins Haus. Zu uns kommen Oldtimerfreunde, der Porsche Club macht hier Urlaub, der FC Nürnberg fühlt sich wohl, Red Bull richtet bei uns Businessevents aus. Wir haben Gäste, die in unserem ersten Jahr gleich sechs Mal da waren. Eine Dame verbrachte vier Wochen am Stück bei uns.

„Schaukeln faszinieren mich, weil sie ein so kindliches, einfaches Element sind. Jeder Erwachsene erinnert sich da gerne daran.“

L.L./ Das Hotel ist nach Ihnen benannt. Wieviel von Ihrer Persönlichkeit steckt im SEPP?

J.S./ Sehr viel. Wir haben lange über den Namen nachgedacht und uns dann doch für das Naheliegende entschieden. Wir wollten das Haus einfach und persönlich halten. Ich habe Architektur studiert und das SEPP stammt komplett aus meiner Feder – vom Balkongeländer bis zur Tiefgarage und den Armaturen in den Duschen, die wir schon oft weiterempfohlen haben. Am Kamin steht eine Ledercouch für 15 Personen, die der Lederhosenhersteller Meindl eigens für uns entworfen hat.

„Wir sagen immer, das SEPP ist ein Hotel für Erwachsene und Kinder ab 21 Jahren.“

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L.L./ Schaukeln auf den Balkonen und Zimmer mit Schaufenstern: Für ein Erwachsenenhotel ist das SEPP sehr verspielt …

J.S./ Schaukeln faszinieren mich, weil sie ein so kindliches, einfaches Element sind. Jeder Erwachsene erinnert sich da gerne daran. Die Schaufenster zum Gang an den Gästezimmern sind dafür gedacht, dass man dort sein teures Bike verstaut und präsentiert. Man kann natürlich auch seine Skier, die teure Bogner-Jacke, ein Fußballtrikot oder einfach nur einen BH darin ausstellen. Damit macht man eine Aussage, das Zimmer bekommt eine Persönlichkeit und ist nicht einfach nur eine Nummer. Und die Gäste kommen im Gang ins Gespräch. Wir sagen immer, das SEPP ist ein Hotel für Erwachsene und Kinder ab 21 Jahren. Das Berufsleben ist ernst genug. Im Urlaub braucht man das nicht.

HOTEL SEPP

Urchen 8, 5761 Maria Alm

+43 6584 / 7738

info@ederhotels.com

www.edersepp.com

www.ederhotels.com

Das Alpine Boutique Hotel SEPP in Maria Alm wurde im September 2018 eröffnet und vereint ausgefallene Architektur, Design und originelle Events. Nach dem Motto „gemeinsam mittendrin“ treffen hier Welten aufeinander: Altes und Neues, Tradition und Zeitgeist, Luxus und Lässigkeit. Frühstück gibt es bis 13 Uhr auf dem Dachboden, Micro-Events und Motto-Wochenenden bringen Menschen zusammen. Der moderne Teil des Hauses war während der Bauphase nach Christo-Manier verhüllt. Auf der Verkleidung stand: „It’s gonna be exSEPPtional“, man durfte also gespannt sein. Heute gehören zur Marke Eder Collection neben dem Hotel SEPP auch das Hotel Eder und die Tom Almhütte.


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